Wenn am Samstagnachmittag (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) das 75. rheinische Bundesliga-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln angepfiffen wird, steht für beide Teams eine Menge auf dem Spiel.

Vor allem die Hausherren stehen unter Druck: Fünf Mal in Serie verloren die "Fohlen" zuletzt und stürzten nach ihrem guten Saisonstart auf einen Abstiegsplatz ab. Um Spekulationen frühzeitig einen Riegel vorzuschieben, gibt Borussias Sportdirektor Max Eberl seinem Trainer Rückendeckung.

"Es ist in Gladbach sehr, sehr ruhig"

"Michael Frontzeck ist bei uns der richtige Trainer zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagte der Ex-Verteidiger in der "Kölnischen Rundschau". Frontzeck kann also in Ruhe weiterarbeiten. "Es ist in Gladbach sehr, sehr ruhig. Da gibt es überhaupt keine Diskussion", sagt Eberl. Für das Derby fordert er nun eine Trendwende, was die Ergebnisse angeht: "Wir müssen jetzt den Bock umstoßen und das Schicksal auf unsere Seite bringen."

Welche Spieler auflaufen werden, wollte Frontzeck nicht verraten - zumal er noch nicht genau weiß, mit wem er planen kann. Sicher ist, dass Gal Alberman, Paul Stalteri, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Frederic Löhe ausfallen. Kurzfristig muss auch Filip Daems passen. Den Mannschaftskapitän plagt eine Reizung des Innenbands. Frontzeck: "Es macht leider keinen Sinn, Filip mit in den Kader zu nehmen. Er konnte in der ganzen Woche nicht einmal mit der Mannschaft trainieren."

Arango kehrt zurück - bei Köln fast alle an Bord

Auf einer anderen Position hat sich der Coach dagegen bereits festgelegt: "Juan Arango wird spielen." Der Venezolaner saß am vergangenen Sonntag in Wolfsburg auf der Ersatzbank, weil er nach seinem Länderspieleinsatz erschöpft war. "Jetzt hat er eine normale Trainingswoche hinter sich und sich erholt." Auch Arango hat von der Besonderheit des Derbys einiges mitbekommen, wie Frontzeck zu berichten weiß: "Natürlich spürt auch er die besondere Atmosphäre - die Spieler unterhalten sich ja in der Kabine darüber."

Der 1. FC Köln reist mit Selbstvertrauen nach Gladbach. Nach dem 1:0-Sieg gegen Mainz 05 konnten sich die "Geißböcke" von den Abstiegsrängen lösen und wollen ihren positiven Trend nun fortsetzen. "Ich bin mit dem Training zufrieden, wie auch in den vergangenen Wochen schon. Wir hatten diese Woche ein paar angeschlagene Spieler, aber sind zuversichtlich, bis auf Pierre Wome am Samstag wieder alle an Bord zu haben", so Co-Trainer Michael Henke.

Novakovic trifft - Luhukay muss gehen

Nur zehn Gegentore ließ die Kölner Defensive bisher in dieser Saison zu und gehört damit zum oberen Drittel der Liga. "Die letzten Ergebnisse zeigen, dass man hinten sicher stehen muss und unsere stabile Defensive auch gegen Gladbach gut arbeiten muss", so Henke. An das letztjährige Auswärtsspiel in Mönchengladbach hat der 1. FC Köln gute Erinnerungen. Durch einen Last-Minute-Treffer von Milivoje Novakovic gab es einen 2:1-Sieg für den FC - eine Niederlage, die den damaligen Gladbach-Trainer Jos Luhukay den Job kostete.

Die Gesamtbilanz des Traditions-Derbys spricht jedoch klar für die Borussia: Mönchengladbach gewann 46 der 91 Partien, der FC konnte nur 28 Spiele für sich entscheiden.