Düsseldorf - 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach, 0:1 gegen Borussia Dortmund. Der Trip zum Wintercup nach Düsseldorf mit zwei 45-minütigen Testspielen hat Werder Bremen die Erkenntnis gebracht, dass die Mannschaft in den kommenden Tagen bis zum Rückrundenstart in Kaiserslautern noch viel verbessern kann.

Entsprechend kritisch bewertete Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs den Auftritt der Hanseaten.

Frage: Herr Allofs, Werder Bremen hat beide Spiele beim Wintercup verloren und ist Letzter geworden. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Klaus Allofs: Wir haben zwei Spiele verloren. Es gilt, was wir auch schon im Trainingslager gesagt haben. Wir müssen lernen, Spiele zu gewinnen. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, dass wir gewinnen. Wir haben es gegen Mönchengladbach ganz gut gemacht, aber am Ende ist nichts Zählbares herausgekommen. Wir machen einen Fehler und bekommen dann ein Gegentor. Wir sind nicht in der Lage, eine Halbzeit lang konzentriert zu spielen und machen es dem Gegner zu leicht. So bringen wir uns um unseren Lohn. Und das ist ärgerlich.

Frage: Welche Bedeutung haben solche Testspiele?

Allofs: Wir sollten solche Spiele nicht damit abtun, indem wir sagen: So wird die Mannschaft nie zusammenspielen. Die Testspiele haben ihren Wert und ihre Bedeutung. Dass unsere Mannschaft am Wochenende anders aussehen wird, ist klar. Aber jeder einzelne Spieler im Kader hat die Gelegenheit zu zeigen, wo er steht, was er drauf hat und inwieweit man mit ihm rechnen kann.

Frage: Ein Spieler wie Tom Trybull hat im Trainingslager auf sich aufmerksam gemacht. Ist er schon ein Kandidat für das Auftaktspiel in Kaiserslautern?

Allofs: Er hat durch das Trainingslager und die Tatsache, dass er einige Spiele bestritten hat, einen Schritt nach vorne gemacht.

Frage: Mehr nicht?

Allofs: Das ist mehr als bei einigen, die keinen Schritt nach vorne gemacht haben.

Frage: Wo steht Werder eine Woche vor Saisonstart?

Allofs: Wir machen einige Dinge ganz gut über einen gewissen Zeitraum, aber nicht über die gesamte Spieldauer. Schöner wäre es gewesen, wenn wir nach dem Turnier nach Hause gefahren wären mit dem Gefühl: Die Mannschaft ist sicher. Es müssen nur noch Verfeinerungen vorgenommen werden. Aber wir haben die Resultate nicht gehabt. Deshalb müssen wir uns noch verbessern. Das Turnier war keine Katastrophe, aber ein deutliches Zeichen, dass wir in vielen Bereichen zulegen müssen.

Frage: Können Sie das konkretisieren?

Allofs: Wir haben unsere taktischen Vorstellungen. Aber wir sind nicht in der Lage, dass über den ganzen Zeitraum zu spielen. Es gibt immer noch Abspielfehler und Momente, in denen wir nicht hellwach sind. Das kann man sich gegen Mannschaften wie Dortmund oder Mönchengladbach nicht erlauben. Und an diesen Mannschaften wollen wir uns ja messen. Gegen diese Teams haben wir schon in der Meisterschaft nicht so gut ausgesehen. Und das war kein Zufall, wie wir jetzt wieder gesehen haben. Es fehlt noch etwas.

Frage: Im Trainingslager sollte vor allem an der Defensive gearbeitet werden. Hat darunter das Offensivspiel gelitten?

Allofs: Nein. Das eine baut auf dem anderen auf. Wenn wir hinten gut stehen, dann werden wir vorne unsere gefährlichen Situationen haben, weil der Gegner dann auch eine Reaktion zeigt. Das haben wir in Düsseldorf nicht hinbekommen. Unerfeulich war, dass wir wieder in Rückstand geraten sind und unser Ding nicht konsequent durchsetzen konnten. Wir haben unsere Sicherheit im Spiel nicht gefunden. Damit können wir nicht zufrieden sein, weder damit, was wir als Gruppe geleistet haben, noch was jeder Einzelne an individuellen Fähigkeiten eingebracht hat. Das hat mich enttäuscht.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski