München - Erst Thomas Müller, dann auch noch Robert Lewandowski und Arjen Robben, sowie dazwischen der zuletzt zuverlässige treffende Joshua Kimmich: Der FC Bayern München liefert mit einem 4:1-Sieg in der Champions League eine torreiche Antwort auf zuletzt drei sieglose Spiele in Folge. Die PSV Eindhoven fungiert dabei in zweifacher Hinsicht als geeigneter Aufbaugegner.

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Tore sind für Offensivleute die beste Therapie. "Für die Stürmer ist es für das Selbstvertrauen immer wichtig zu treffen. Jeder erwartet, dass die Stürmer Tore schießen", weiß Lewandowski. "Jeder Spieler, der getroffen hat, kann im nächsten Spiel noch besser sein, denn sein Selbstvertrauen ist noch größer. Deswegen freue ich mich persönlich auch, dass ich ein Tor geschossen habe." In der Bundesliga wartet der polnische Nationalspieler seit vier Spielen auf einen Treffer, mit seinem zehnten Tor im zwölften Pflichtspiel der Bayern tankte er nun frisches Selbstvertrauen.

Offensiv hellwach, defensiv nachlässig

Gleiches gilt für den in der Bundesliga noch torlosen Müller, der nach einer schnell ausgeführten Ecke des überragenden Robben das Torfestival eröffnete. "Arjen hat schnell geschaltet und ich war zur Stelle. Ich hätte nichts dagegen, wenn es noch mal klappt. Das war kein einstudierter Trick, sondern eher spontan", sagte Müller. Und Robben ergänzte: "Wir verstehen uns sehr gut und ich hoffe, dass ich noch sehr lange mit ihm zusammen auf dem Platz Spaß haben kann."

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Nach drei Spielen ohne Sieg sind die Münchner wieder mit Freude bei der Sache. Vor allem in der Anfangsphase degradierten die Bayern mit ihrer Dominanz die überforderten Niederländer zu Statisten. Dennoch sind nicht alle Mankos der vergangenen Wochen beseitigt, das hat die PSV dem Rekordmeister auch deutlich vor Augen geführt. Mit dem 2:0 im Rücken nahmen die Bayern vor der Pause nur leicht den Fuß vom Gas und kassierten prompt den Anschlusstreffer.

"Wir hätten fast das eingerissen, was wir vorher aufgebaut haben. Das ist auf jeden Fall eine gute Warnung, dass wir weiter dranbleiben müssen, um die Konzentration über 90 Minuten aufrecht zu erhalten", sagte Mats Hummels. "Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein, auch wenn es noch lange nicht perfekt ist."

Gegen Gladbach "weiter dranbleiben"

Perfekt war immerhin seine Passquote. Wie sein Nebenmann Jerome Boateng, mit dem er erstmals in einem Heimspiel die Innenverteidigung bildete, brachte Hummels 100 Prozent seiner Zuspiele zum Mitspieler. Dass die Bayern trotzdem so viele Chancen zuließen, ärgerte auch den Weltmeister: "Wir müssen jetzt dranbleiben und das Niveau und die Einstellung hoch halten. Wir müssen weiter an den taktischen Dingen feilen, die leichten Ballverluste abstellen und dann sind wir auch wieder auf einem hohen Niveau angekommen."

Angesichts des kommenden Gegners in der Bundesliga braucht es das auch. Schließlich wartet am Samstag um 18.30 Uhr im Topspiel Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach auf den Rekordmeister. Die auswärts in der Liga noch sieglosen Fohlen haben am Mittwoch mit ihrem Erfolg bei Celtic Glasgow bewiesen, dass sie das Siegen auf fremdem Platz nicht verlernt haben. "Wir sind alle geil auf Siege und Erfolg. Dieses Gefühl muss man alle drei Tage wieder herauskramen. Das wird unsere Aufgabe sein", forderte Müller.

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Neue Konkurrenten halten Druck aufrecht

Auch Lewandowski will den Schwung nun in die Bundesliga mitnehmen: "Wir haben die letzten beiden Spiele nicht gewonnen und ich hoffe, dass wir nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Bundesliga wieder auf den richtigen Weg kommen." Zumal durch die jüngsten Resultate das Polster auf die Überraschungsteams aus Köln und Leipzig auf zwei Punkte geschrumpft ist.

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"Es ist besser, wenn der Druck auch von anderen Mannschaften ausgeht. Das bedeutet, dass Du immer Gas geben musst", freute sich Lewandowski über die neuen Gesichter im Verfolgerfeld. "Natürlich wollen wir mehr Punkte, als die Gegner haben, aber wir wissen auch, dass nicht nur der BVB oder Leverkusen, sondern auch Leipzig und auch Gladbach um die ersten drei Plätze mitspielen können." Zumindest die Borussia wollen die Bayern am Samstag aber vorerst auf Abstand halten.

Aus München berichtet Maximilian Lotz