Stuttgart - Dem VfB Stuttgart droht ein frühes Aus in der Europa League. Der Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gelang auch im dritten Gruppenspiel kein Sieg - gegen den FC Kopenhagen kamen die Schwaben nicht über ein mageres 0:0 hinaus.

Mit gerade einmal zwei Punkten sind die Chancen auf das Erreichen der K.o.-Runde für den Bundesligisten gering. Zumal der VfB auf internationaler Bühne jetzt in Kopenhagen (8. November) und Bukarest (22. November) zwei schwere Auswärtsspiele vor sich hat.

VfB kann den Schwung nicht mitnehmen



Der VfB konnte nach dem 1:0-Erfolg in Hamburg nicht wie erhofft den jüngsten Aufschwung aus der Bundesliga mitnehmen. Dort hatten die Stuttgarter zuletzt sieben Punkte aus den letzten drei Partien geholt. Am Sonntag steht gegen den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt die nächste Bewährungsprobe an.

In seinem "Schlüsselspiel" (Sportdirektor Fredi Bobic) der Gruppe E präsentierten sich die Schwaben trotz einer leichten Steigerung nach der Pause meist harm- und einfallslos. "Wir haben leidenschaftlich agiert, aber nie den sauberen Abschluss gefunden", sagte Bobic.

Bemühte Schwaben



Der VfB war von Beginn an zwar um Ballkontrolle bemüht, agierte aber zu sehr in die Breite, um die Defensive von Kopenhagen in Gefahr zu bringen. Bis zum ersten Torschuss von Raphael Holzhauser dauerte es 15 Minuten. Bis dahin sahen 15.300 Zuschauer wenig Aufregendes, da auch der Gast aus Dänemark wenig Anstalten machte, konsequent nach vorne zu spielen.

Dies sollte sich auch in der Folge kaum ändern. Wie schon in den Europa-League-Spielen gegen Bukarest (2:2) und in Molde (0:2) offenbarten die Stuttgarter vor allem spielerisch Probleme. Den Aktionen fehlten die Kreativität, die Zielstrebigkeit und die Präzision. Kopenhagen hatte deshalb meist leichtes Spiel. Auch VfB-Angreifer Vedad Ibisevic kam dadurch nicht wie erhofft zum Zug. "Wir haben zu wenig investiert", monierte Bobic. Bezeichnenderweise hatten die Gäste aus Kopenhagen die erste gute Chance des Spiels, als Cesar Santin eine Hereingabe des früheren Nürnbergers Lars Jacobsen knapp verpasste (41.).

Stuttgart investiert nach der Pause mehr



Nach dem Wechsel intensivierte der VfB zumindest kurzfristig seine Bemühungen. Ibisevic prüfte Johan Wiland mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (47.). Der Torwart der Gäste konnte den Ball nicht festhalten, der eingewechselte Tunay Torun war zur Stelle, ließ sich beim Nachfassen von Wiland aber zu theatralisch fallen. Schiedsrichter Artur Soares zeigte Torun wegen einer "Schwalbe" die Gelbe Karte. Zu allem Überfluss zog sich der Türke kurz vor Schluss eine Muskelverletzung zu und droht gegen Frankfurt auszufallen.

Kurz danach hatte der VfB allerdings Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Thomas Kristensen vertändelte völlig freistehend den Ball. Anschließend verflachte die Partie erneut, ehe Cristian Molinaro FC-Torwart Wiland mit einem Schuss prüfte (70.). Der VfB erhöhte nun noch einmal den Druck - ohne Erfolg.

Stuttgart: Ulreich - Sakai (84. Hajnal), Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist - Gentner, Holzhauser (46. Torun) - Harnik, Traore (62. Okazaki) - Ibisevic. - Trainer: Labbadia

Kopenhagen: Wiland - Jacobsen, Stadsgaard, Sigurdsson, Bengtsson - Kristensen, Delaney - Bolanos, Claudemir, Gislason (80. Grindheim) - Santin (84. Cornelius). - Trainer: Jacobs

Schiedsrichter: Artur Soares Dias (Portugal)

Zuschauer: 15.300

Gelbe Karten: Torun - Delaney (2), Bolanos