Real Madrid muss für Trainer Jose Mourinho vom Champions-League-Sieger Inter Mailand tief in die Tasche greifen. Laut Berichten italienischer Medien werden für den Portugiesen 16 Millionen Euro Ablöse fällig, bei einem Vierjahresvertrag und den kolportierten zehn Millionen Euro Jahresgehalt ergäbe sich somit ein Gesamtpaket von 56 Millionen.

Mit der Bekanntgabe des Wechsels sei bis Mitte der Woche zu rechnen. Wie in den vergangenen Tagen schon sprach Mourinho jetzt mit dem portugiesischen Fernsehsender TVI, als habe er bereits unterschrieben.

"Arbeit bei Inter ist beendet"

"Meine Arbeit bei Inter ist beendet. Wir haben mit Real verhandelt, und ich denke, dass alles klar geht. Die Dinge sind in die Wege geleitet", sagte der Trainer.

Allerdings hält sich Mourinho weiter eine Hintertür offen, wahrscheinlich, damit Real alle seine Forderungen erfüllt. "Ich muss selbst mit den entscheidenden Leuten sprechen und sehen, was dort erwartet wird und wie die Stimmung so ist. Es darf keine bösen Überraschungen geben, wenn ich dort anfange", sagte er. Bei Inter fehle ihm nach dem Triple der Antrieb: "Die Club-WM ist für mich keine Motivation."

Vielmehr dagegen die Prestigeduelle in der spanischen Liga. "Es wird eine Herausforderung, gegen den FC Barcelona anzutreten, der 100 Punkte in der Primera Division geholt hat."

Mihajlovic möglicher Nachfolger

Inter hat auch bereits einen Nachfolger ins Visier genommen: den früheren Weltklassespieler Sinisa Mihajlovic. "Er ist ein Trainer mit Charakter, der bei den Spielern angesehen ist. Wir können keine Kopie Mourinhos unter Vertrag nehmen, das wäre der größte Fehler. Man muss einen Trainer finden, der die Mannschaft gut organisieren kann, der eine starke Persönlichkeit hat, aber kein Hampelmann Mourinhos ist", sagte Präsident und Clubbesitzer Massimo Moratti.

Der Serbe Mihajlovic trainiert derzeit den Serie-A-Club Cagliari Calcio, von 2006 bis 2008 war er unter Roberto Mancini Inters Co-Trainer. "Der neue Trainer muss eine vertrauenswürdige Person sein. Er nimmt eine starke Gruppe in die Hand, man kann nicht zu viel riskieren", sagte Moratti. Er habe allerdings noch keinen Entschluss gefasst.

Kritik an Mourinhos Verhalten

Mourinho wurde derweil vom Clubchef für seine Spielchen der vergangenen Wochen kritisiert. "Der Moment war nicht der Beste, weil auch die Spieler Zeitungen lesen und ich auch. Über das Thema Real hat es niemals einen direkten Dialog und nicht einmal einen Versuch gegeben, mit mir darüber zu sprechen. Ich wollte nicht eingreifen, weil ich darauf Wert legte, die Saison gut abzuschließen", sagte Moratti.

Beim Thema Ablöse ist der schwerreiche Öl-Unternehmer nicht gesprächsbereit, denn Inter zahlt für den Triumph in der "Königsklasse" 23 Millionen Euro Prämien. Allein Samuel Eto'o erhält einen vertraglich festgelegten Bonus von fünf Millionen Euro. Alle Inter-Mitarbeiter bekommen für Mai ein doppeltes Gehalt.