Inter Mailands Coach Jose Mourinho zeigt sich vor dem Champions-League-Finale beeindruckt von Bayern München. Auf die Frage, ob er vor dem Spiel am Samstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) am meisten die Taktik seines Kollegen Louis van Gaal oder die Klasse von Arjen Robben fürchten würde, antwortete der Portugiese in einem Bild-Interview: "Die Bayern. Die Mannschaft. Wenn Robben so gut spielt, liegt das daran, dass Bayern so gut spielt."

Der Deutsche Meister sei in Bezug auf den Teamgeist "ein wenig wie meine Mannschaft. Man kann sagen: Sneijder super, Eto'o toll, Robben fantastisch, Schweinsteiger unglaublich. Aber die Bayern-Einheit ist beeindruckend", führte der 47 Jahre alte Mourinho weiter aus.

Die Final-Sperre von Bayerns Superstar Franck Ribery bezeichnete der Inter-Coach derweil als "gerecht. Es war ein gefährliches Foul, bei dem sich der Gegner hätte schwer verletzen können. Vielleicht sind drei Spiele zuviel, und man sollte ihn nächstes Jahr das erste Spiel spielen lassen. Aber es war eine klare Rote Karte."

"Topverhältnis zu van Gaal"

Die Aussagen seines einstigen Lehrmeisters van Gaal, er würde nur auf Ergebnis spielen lassen, wies Mourinho zurück. "Stimmt nicht. Keiner hat Chelsea und Barcelona so dominiert. Keiner! Er (van Gaal, d. Red.) hat zuhause gegen Lyon nach der Roten Karte gegen Ribery Olic rausgenommen und Tymoshchuk gebracht. Soviel zum Spektakel. Das ist Augenwischerei, ich lasse mich nicht für dumm verkaufen", sagte der frühere Assistent von van Gaal.

Mit Ironie konterte Mourinho auch die Kritik van Gaals an seinem Jubellauf in Barcelona. Der Niederländer hatte erklärt, so etwas nicht zu machen. Mourinho dazu: "Er ist ja auch zu langsam."

"Schwierig, aber nicht unmöglich"

Trotz der Sticheleien vor dem Finale habe er "ein Topverhältnis" zu van Gaal, unterstrich der Portugiese: "Ich werde ihn nie vergessen." Beide haben zusammen beim FC Barcelona gearbeitet.

Einen Wechsel in die Bundesliga wollte Mourinho nicht ganz ausschließen. Ob dies möglich sei? "Ja. Aber dafür müsste ich die Sprache sprechen. Das könnte schwierig werden, nicht unmöglich."