Freundschaftsspiele sind die einzige Möglichkeit für Südafrika, sich auf die Weltmeisterschaft 2010 im eigenen Land vorzubereiten.

Denn in der WM-Qualifikation ist die "Bafana Bafana" bereits in der 2. Runde gescheitert. Zwar ist Südafrika als Ausrichter bereits für die Endrunde qualifiziert, aber die Quali dient gleichzeitig dazu, die Teilnehmer für den Afrika Cup 2010 in Angola zu bestimmen. Und als schlechtester Gruppenzweiter hat es Südafrika nicht geschafft, eine Runde weiter zu kommen. Eine herbe Enttäuschung für die stolze Fußball-Nation.

Da kommen so hochkarätige Gegner wie Deutschland gerade recht. Doch Coach Joel Santana muss gegen die DFB-Elf (Samstag, ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) auf wichtige Spieler verzichten. Santana sieht die Sache jedoch positiv: "Das gibt uns die Chance, andere Spieler unter Wettkampfbedingungen zu testen. Und das ist ja ein Ziel solcher Testspiele."

bundesliga.de stellt die Mannschaftsteile der Südafrikaner vor.

Torwart

Die derzeitige etatmäßige Nummer eins, Ithumeleng Khune von den Kaizer Chiefs, hat sich am Finger verletzt und fällt wohl drei Monate aus. "Das ist sehr schade. Khune ist eines der größten Torwarttalente in Afrika", sagte Bielefelds Torwart Rowen Fernandez zu bundesliga.de. Für Fernandez, dem einzigen Deutschland-Legionär bei der "Bafana Bafana", erhöht Khunes Verletzung aber die Chance, sich zu präsentieren. Richtig festgelegt hat sich Nationaltrainer Joel Santana noch nicht, aber das ist wohl reine Formsache. Denn Fernandez ärgster Widersacher Moeneeb Josephs (Orlando Pirates) - so sehen es zumindest die Experten - musste zuhause bleiben.

Abwehr

Wenn man einen Mannschaftsteil als Achillesferse bezeichnen will, dann ist es wohl die Abwehr. Doch die Südafrikaner machen auch da Fortschritte. Unumstrittener Abwehrchef ist Kapitän Aaron Mokoena, der in der Premier League beim FC Portsmouth sein Geld verdient. Mit Routinier Matthew Booth und Griechenland-Legionär Bryce Moon fallen aber zwei wichtige Spieler aus. Dafür kommt wohl Bevan Fransman zum Zug, der in Israel bei Netanya noch unter Lothar Matthäus gespielt hat. Einen starken Eindruck beim Confed Cup machte der rechte Verteidigier Siboniso Gaxa. Er träumt schon vom ganz großen Erfolg. "Ein Sieg gegen Deutschland - das wäre das Größte für uns!"

Mittelfeld

Im Mittelfeld der Südafrikaner gibt ganz klar Steven Pienaar den Takt an. "Er ist unser Motor", lobt Fernandez den Spieler vom FC Everton. In Deutschland ist Pienaar kein Unbekannter. In der Saison 2006/07 spielte er für Borussia Dortmund, fand dort aber nicht sein Glück. Fehlen wird neben Routinier MacBeth Sibaya auch der Freistoßspezialist im Team: Teko Modise. Diesen Part übernimmt nun wohl Katlego Mashego, der als Nachzügler erst am Donnerstag zum Team gestoßen ist. Auf der "6" rennt und ackert die Arbeitsbiene Kagisho Dikgacoi. Aufpassen sollte die DFB-Elf auf Siphiwe Tshabalala, der mit seiner Schnelligkeit über die Flügel immer für Gefahr sorgen kann und gerne auch als hängende Spitze agiert.

Angriff

Er wird als bester Spieler Südafrikas aller Zeiten gehandelt: Benni McCarthy. Aber nach einem Streit mit den Mitspielern strich Trainer Joel Santana den Rekordtorschützen aus dem Kader für den Confed Cup. Und auch gegen Deutschland und Irland ist er nicht dabei. So ruhen die Hoffnungen auf Shooting Star Bernard Parker. "Bernard ist zwar nicht so robust wie ein Mario Gomez. Aber er ist quirlig und hat einen starken linken Fuß. So ähnlich wie Lukas Podolski", sagt Fernandez. Parker wird gegen Deutschland wohl erst einmal als Alleinunterhalter im Sturm auflaufen. Als Alternative steht Katlego Mphela bereit, der beim 1:3 im letzten Testspiel gegen Serbien den Ehrentreffer erzielte.

Trainer

Es war schon eine kuriose Situation. Erfolgscoach Carlos Alberto Parreira sollte Südafrika eigentlich erfolgreich bei der WM im eigenen Land führen. Doch Parreira löste den Vertrag aus familiären Gründen. Er gab aber eine Empfehlung für einen Nachfolger ab: Landsmann Joel Santana. Die Verantwortlichen Südafrikas vertrauten Parreira und nach Anlaufschwierigkeiten hat Santana dieses Vertrauen nun gerechtfertigt. Seine Methoden und sein Stil greifen. Fernandez ist voll des Lobes über Santana: "Er denkt immer positiv und baut die Spieler so immer wieder auf. Das ist sehr wichtig für uns." Die Sprachbarrieren fallen so langsam auch. "Sein Englisch wird jeden Tag besser", sagt Fernandez.

Zusammengestellt von Michael Reis