Der SC Paderborn sorgt in der Bundesliga weiter für Furore. Wer gedacht hatte, dass die Ostwestfalen nach zuvor zwei Niederlagen hintereinander aus dem Tritt geraten wären, wurde in Leverkusen eines Besseren belehrt.

Beinahe hätte die Mannschaft von Andre Breitenreiter sogar in Unterzahl die ganz große Überraschung geschafft, nachdem Moritz Stoppelkamp in der 87. Minute der Treffer zur 2:1-Führung gelungen war. Doch die Werkself schlug noch einmal zurück. Nach dem Wechselbad der Gefühle auf dem Platz war Moritz Stoppelkamp im Interview in der Bewertung der Punkteteilung immer noch hin- und hergerissen.

Frage:Moritz Stoppelkamp, sind Sie mit dem Punkt in Leverkusen nun zufrieden oder enttäuscht, dass Sie den Sieg verpasst haben?

Moritz Stoppelkamp: Wenn uns einer vor dem Spiel gesagt hätte: Jungs, Ihr holt heute in Unterzahl einen Punkt in Leverkusen, dann hätten wir das natürlich unterschrieben. Trotzdem überwiegt so kurz nach dem Abpfiff schon die Enttäuschung. Das ist doch klar. Wenn man so kurz davor ist, will man das Spiel natürlich auch gewinnen.

"Leverkusen kann man nicht 90 Minuten ausschalten"

Frage: Was ist dann schief gelaufen, dass es doch zum Ausgleich kommen konnte?

Stoppelkamp: Leverkusen ist eine Mannschaft mit einer unglaublich hohen fußballerischen Qualität ist. Diese Mannschaft kann man nicht 90 Minuten ausschalten. Besonders gegen solche Einzelspieler wie Karim Bellarabi ist das schwer, wenn solche Jungs einmal ins Rollen kommen. Das Tor von mir war dann doch wichtig, damit wir hier überhaupt etwas holen. Also sind wir mit dem Punkt auch glücklich. Erst recht, wenn wir eine Nacht drüber geschlafen haben.

Frage: Man konnte auch in Leverkusen wieder sehen, dass dem SCP der Name des Gegners egal zu sein scheint und die Mannschaft auch mit einem solchen Kaliber mithalten kann. Das dürfte Sie positiv stimmen?

Stoppelkamp: Ja, sicher. Unsere Art und Weise, wie wir Fußball spielen, macht es dem Gegner extrem schwer. Das sieht man Spiel für Spiel mit Ausnahme der Partie bei den Bayern(die mit 0:4 verloren wurde, die Red.). Aber selbst in München hatten wir die eine oder andere Möglichkeit. Auch in Leverkusen hatten wir auch noch in Unterzahl unsere Chancen, ein Tor zu erzielen. Der Matchplan, den wir in der Woche ausgearbeitet haben, ist wieder voll aufgegangen. Es war ein wichtiger Punkt für unser Ziel Klassenerhalt. Ein Bonuspunkt, mit dem keiner so gerechnet hat. Den nehmen wir gerne mit.

"Das hat uns so kaum jemand zugetraut."

Frage: Die Mannschaft punktet fleißig weiter. Sind Sie mit der Punkteausbeute von neun Zählern nach sieben Spielen zufrieden?

Stoppelkamp: Natürlich. Wenn man die letzten Jahren betrachtet, haben die Mannschaften, die letztendlich abgestiegen sind, nach 17 Spielen nicht viel mehr Punkte als wir jetzt schon. Das hat uns so kaum jemand zugetraut. Trotzdem können wir das alles realistisch einschätzen. Wir wissen, wofür die Punkte gut waren. Wir wissen auch, dass es nicht von alleine so weitergeht. Wir müssen hart dafür arbeiten. Das machen wir Woche für Woche. Der Trainer holt uns auch auf den Boden zurück. Dann ist es schwer, uns zu schlagen.

Frage: Nach dem Spiel bei den Bayern war die Mannschaft auf dem Oktoberfest. Was ist nach dem Punktgewinn Leverkusen geplant?

Stoppelkamp: Wir sind in München ja nur einmal kurz übers Oktoberfest gegangen. Da hat keiner etwas getrunken. Wir haben es gerne mitgenommen, ein bisschen über die Kirmes zu spazieren. Diesmal ist meines Wissens nichts geplant.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski