Mit seinem Siegtreffer sorgte Mitchell Weiser dafür, den EM-Titel nach Deutschland zu holen - © © imago / ZUMA Press
Mit seinem Siegtreffer sorgte Mitchell Weiser dafür, den EM-Titel nach Deutschland zu holen - © © imago / ZUMA Press
Bundesliga

Mitchell Weiser: Herthas Goldjunge mit Köpfchen

Köln - Gerade einmal 1,76 Meter ist Mitchell Weiser groß – und garantiert nicht für seine Qualitäten in Kopfballsituationen bekannt. Das hinderte den 23 Jahre alten Offensivmann von Hertha BSC allerdings nicht, im Finale der U21-Europameisterschaft mit Köpfchen zum Matchwinner zu werden.

Weiser: "Mir sind die Tränen gekommen"

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Mit einer Kopfball-Bogenlampe überwand Weiser in der 40. Minute den spanischen Torhüter Kepa Arrizabalaga artistisch und erzielte damit den einzigen Treffer dieses umkämpften Endspiels. "Ich weiß gar nicht, wie der reingegangen ist. Da war auf jeden Fall Glück dabei", gab der umjubelte Siegtorschütze zu. Auch Teamkollege Max Meyer zeigte sich erstaunt, "wie man aus diesem Winkel ein Kopfballtor machen" kann. Weiser war nach dem wohl wichtigsten Tor seiner Karriere tief bewegt.

"Das war ein toller Abschluss einer schwierigen Saison für mich. Mir sind die Tränen gekommen. Das letzte halbe Jahr war nicht einfach", sagte der gebürtige Rheinländer. Wegen diverser Verletzungen hatte der Mittelfeldspieler in der Rückrunde der vergangenen Saison nur fünf Spiele für Hertha BSC absolviert.

Ein Tor für die Geschichtsbücher

Einzuordnen wusste es dagegen U21-Bundestrainer Stefan Kuntz nach dem großen Triumph: "Wenn man so einen Pokal gewinnt, wird man das niemals vergessen. In zwei Jahren wird sich jeder an dieses Team erinnern", so der ehemalige Nationalspieler, der 1996 mit der DFB-Elf ebenfalls Europameister wurde.

Nachdrücklich in Erinnerung gebracht hat sich dabei der Final-Torschütze: Wenn in zwei Jahren bei der nächsten U21-EM in Italien um die Nachfolge von Mitchell Weiser und Co. gekämpft wird, dürfte die entscheidende Szene des 30. Juni hoch und runter laufen. Vielleicht wird der "Goldjunge" aus den Hertha-Reihen bis dahin verstanden haben, wie der Ball in der 40. Minute den Weg ins spanische Tor fand.

Thomas Reinscheid (mit SID-Material)