Zusammenfassung

  • Die deutsche U21 feiert den ersten EM-Titel seit 2009.
  • Durch eine Kopfball-Bogenlampe wird Mitchell Weiser zum Finalhelden der U21-Europameisterschaft.
  • Weiser: "Ich weiß gar nicht, wie der reingegangen ist."

Köln - Gerade einmal 1,76 Meter ist Mitchell Weiser groß – und garantiert nicht für seine Qualitäten in Kopfballsituationen bekannt. Das hinderte den 23 Jahre alten Offensivmann von Hertha BSC allerdings nicht, im Finale der U21-Europameisterschaft mit Köpfchen zum Matchwinner zu werden.

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Mit einer Kopfball-Bogenlampe überwand Weiser in der 40. Minute den spanischen Torhüter Kepa Arrizabalaga artistisch und erzielte damit den einzigen Treffer dieses umkämpften Endspiels. "Ich weiß gar nicht, wie der reingegangen ist. Da war auf jeden Fall Glück dabei", gab der umjubelte Siegtorschütze zu. Auch Teamkollege Max Meyer zeigte sich erstaunt, "wie man aus diesem Winkel ein Kopfballtor machen" kann. Weiser war nach dem wohl wichtigsten Tor seiner Karriere tief bewegt.

Weiser: "Mir sind die Tränen gekommen"

"Das war ein toller Abschluss einer schwierigen Saison für mich. Mir sind die Tränen gekommen. Das letzte halbe Jahr war nicht einfach", sagte der gebürtige Rheinländer. Wegen diverser Verletzungen hatte der Mittelfeldspieler in der Rückrunde der vergangenen Saison nur fünf Spiele für Hertha BSC absolviert.

Mit seinem Siegtreffer im Finale der U21-EM gegen Spanien (1:0) sicherte sich Weiser nun einen Eintrag in den Geschichtsbüchern. Doch der "Goldjunge" lobte nach dem gewonnenen Finale besonders den Teamgeist innerhalb der deutschen Mannschaft.

Kollektiv als Erfolgsgarant der deutschen U21

"Ich habe noch nie erlebt, wie eine Mannschaft so kämpfen kann. Wir sind hier zusammengewachsen. Man hat heute gesehen, dass wir eine Einheit sind", sagte der ehemalige Bayern-Profi: "Ich freue mich einfach nur für die Mannschaft, wir haben ein super Turnier gespielt."

Begreifen, dass er zum zweiten deutschen Europameister-Titel Im U21-Bereich (nach 2009) entscheidend beigetragen hat, konnte und wollte Weiser auch einige Zeit nach Abpfiff noch nicht: "Ich weiß noch gar nicht, wie es sich anfühlt. Ich habe schon ein bisschen getrunken jetzt. Ich werde das dann übermorgen oder so realisieren", strahlte der Berliner.

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Einzuordnen wusste es dagegen U21-Bundestrainer Stefan Kuntz nach dem großen Triumph: "Wenn man so einen Pokal gewinnt, wird man das niemals vergessen. In zwei Jahren wird sich jeder an dieses Team erinnern", so der ehemalige Nationalspieler, der 1996 mit der DFB-Elf ebenfalls Europameister wurde.

Ein Tor für die Geschichtsbücher

Nachdrücklich in Erinnerung gebracht hat sich dabei der Final-Torschütze: Wenn in zwei Jahren bei der nächsten U21-EM in Italien um die Nachfolge von Mitchell Weiser und Co. gekämpft wird, dürfte die entscheidende Szene des 30. Juni hoch und runter laufen. Vielleicht wird der "Goldjunge" aus den Hertha-Reihen bis dahin verstanden haben, wie der Ball in der 40. Minute den Weg ins spanische Tor fand.

Thomas Reinscheid (mit SID-Material)