München - Auch ohne Arjen Robben und Franck Ribery startet der FC Bayern heute Abend (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) mit jeder Menge Selbstvertrauen in die neue Champions-League-Saison. "So eine spannende Gruppenphase wie letztes Jahr wollen wir vermeiden", sagt Thomas Müller vor dem Auftakt gegen den AS Rom. Mit einem Sieg soll die Mannschaft von Cheftrainer Louis van Gaal die Basis dafür schaffen

Zwar sind auch die Münchner etwas holprig in die Bundesliga gestartet, doch der italienischen Vizemeister hat in der Serie A sogar einen ausgesprochenen Fehlstart hingelegt.


Personelle Situation:

Die Gastgeber müssen neben den Langzeitverletzten Arjen Robben auch auf Franck Ribery verzichten. Der Franzose büßt noch immer seine Rot-Sperre ab, die er sich im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Lyon eingehandelt hatte. Beim nächsten Gruppenspiel in Basel ist Ribery dann wieder spielberechtigt.

Ansonsten kann van Gaal aus dem Vollen schöpfen. Gut möglich, dass auf der linken Offensivseite Hamit Altintop für Ribery zum Zuge kommt. In der vergangenen Champions-League-Saison hatte der türkische Nationalspieler auf dieser Position einige Male überzeugt. Als weitere Alternativen stehen Danijel Pranjic und Ivica Olic zur Verfügung.

Auch der AS Rom muss zwei Stammkräfte ersetzen. Philipe Mexes und Mirko Vucinic sind nach ihren Einsätzen in der Nationalmannschaft am vergangenen Mittwoch verletzt in die italienische Hauptstadt zurückgekehrt. Im Sturm könnte Milan-Neuzugang Marco Borriello als einzige Spitze agieren.


Form:

Nur ein Sieg in den ersten drei Bundesligaspielen - der FC Bayern hatte sich den Start in die neue Saison mit Sicherheit anders vorgestellt. Andererseits wurde beim deutschen Rekordmeister angesichts der kurzen Vorbereitung vieler WM-Spieler auch nicht von einem "Durchmarsch" ausgegangen worden.

Wenn man bei den Münchner von einem "Stotterstart" sprechen kann, dann hat der AS Rom einen kapitalen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Einem torlosen Remis gegen Aufsteiger Cesena ließ das Team von Trainer Claudio Ranieri eine katastrophale 1:5-Niederlage in Cagliari folgen. Auch Superstar Franceso Totti scheint noch Meilenweit von seiner Normalform zu sein.

Dennoch warnt FCB-Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge, die Roma zu unterschätzen: "Das wäre sicherlich ein großer Fehler. Vielleicht hatten die Römer schon mehr den Fokus auf die Champions League gelegt."


Zahlen und Fakten:

Während der FC Bayern in der vergangenen Spielzeit eine sensationelle Bilanz aufwies und haarscharf am "Triple" vorbeischrammte, musste der AS Rom kleinere Brötchen backen. Zwar konnten die Römer in der Serie A den Titelkampf mit Inter Mailand bis zum letzten Spieltag offen halten, doch international war schon in der Zwischenrunde der Europa League Schluss. Gegen Panathinaikos Athen setzte es zwei 2:3-Niederlagen.

Die Münchner wurden erst im Champions-League-Finale durch die 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand gestoppt. Allerdings war der FCB nach zwei Niederlagen gegen Bordeaux in der Vorrunde auf fremde Hilfe angeweisen. Erst nach einem 4:1-Sieg bei Juventus Turin am letzten Spieltag stand der Einzug ins Achtelfinale fest.

In der Champions League trafen die beiden Vereine noch nie aufeinander. Lediglich im damaligen Pokal der Pokalsieger kam es zum Duell der Traditionsclubs. Im Viertelfinale der Sison 1984/85 setzten sich die Bayern nach zwei Siegen (2:0, 2:1) gegen den AS Rom durch.


Das sagen die Protagonisten:

Thomas Müller: Der AS Rom ist unser Hauptkonkurrent, wenn wir gewinnen würden, hätten wir schon mal eine hohe Hürde geschafft.

Philipp Lahm: Wir sind der FC Bayern, wir haben ein Heimspiel - ich sehe keine Probleme, warum wir nicht gewinnen sollten.

Bastian Schweinsteiger: Es gilt, das Spiel auf jeden Fall zu gewinnen, egal wie", meinte Schweinsteiger, der aber weiß: "Gegen den AS Rom, das ist keine leichte Aufgabe.

Claudio Ranieri: Das ist eine schwierige Gruppe, mit der wir fertig werden müssen. Bayern steht über dem Rest, die anderen drei Mannschaften kämpfen um den zweiten Platz. Wir wollen uns zu den Bayern gesellen und die Gruppe überstehen.

Simone Perrotta: Wir brauchen ein großes Erfolgserlebnis, um die Begeisterung zu entfachen


Die voraussichtlichen Aufstellungen:

München: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Contento - Schweinsteiger, van Bommel - Altintop, Müller, Kroos - Olic

Rom: Julio Sergio - Cassetti, Burdisso, Juan, Castellini - de Rossi, Pizarro - Perrotta, Totti, Menez - Borriello

Schiedsrichter: Stephane Lannoy (Frankreich)