Nach der 1:2-Pleite in Berlin will der FC Bayern wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Um in den entscheidenden Wochen im Kampf um drei Titeln (Bundesliga, Champions-League, DFB-Pokal) voll mitzumischen, kündigte Trainer Jürgen Klinsmann eine "kleine Rotation" an. "Wir wollen hier und da Spieler schonen und andere fitnessmäßig bei der Stange halten", erklärte der frühere Bundestrainer vor dem Auftakt gegen den 1. FC Köln (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio)!

Von den letzten 15 Kräftemessen mit dem Rekordmeister im "Oberhaus" gewannen die "Geißböcke" nur ein einziges - und dies auswärts: Im Februar 1998 gelang im Münchner Olympiastadion ein 2:0-Auswärtserfolg.

"Nachdem wir es nicht geschafft haben, in Berlin Tabellenführer zu werden, müssen wir sehen, dass wir weiter nach oben klettern", erklärte FCB-Torwart Michael Rensing. Nach der Niederlage in Berlin hätten "alle Wut im Bauch. Da brauchen wir nicht lange drum rumreden: Drei Punkte sind Pflicht", sagte der 23-Jährige.

Podolski wieder im Kader, Toni muss passen

Miroslav Klose (Prellung am rechten Sprunggelenk) ist zwar leicht angeschlagen, wird aber spielen können. Verzichten muss Klinsmann dagegen auf Kloses Sturmpartner Luca Toni. Der italienische Weltmeister muss wegen einer Reizung an der Achillessehne passen. "Das Risiko ist zu groß, auch in Hinblick auf das Spiel in Lissabon", erklärte Klinsmann. Für Toni stehen Landon Donovan oder Lukas Podolski (Klinsmann: "Er ist jetzt vollkommen fit") als Alternativen zur Verfügung. Auch Massimo Oddo steht nach abgesessener Rot-Sperre wieder bereit und brennt auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz im Jahr 2009.

Bis auf Toni hat Klinsmann "alle an Bord", also auch Lukas Podolski, der rechtzeitig vor dem Duell mit seinem alten und künftigen Club seinen Trainingsrückstand aufgeholt hat und eine Offensivalternative darstellen könnte. "Für ihn ist es super jetzt, er hat keinen Druck und kann jetzt richtig auftrumpfen", meinte auch Mittelfeld-Läufer Mark van Bommel.

Auswärts klappt es besser

Der 1. FC Köln fährt zweifellos als Außenseiter nach München. Dennoch sieht Trainer Christoph Daum durchaus Chancen: "Wir haben einen realistischen Optimismus. Die Bayern haben einen hochkarätig besetzten Kader, aber es ist nicht unmöglich in München etwas zu holen. Wir haben eine riesige Chance, wenn die Bayern uns unterschätzen."

Die Auswärtsbilanz der Kölner lässt sich durchaus sehen. Mit 13 Punkten konnte Daums Team auf fremden Platz die identische Punktzahl wie Hoffenheim holen.

Für den gesperrten Youssef Mohamad (fünfte Gelbe Karte) rückt Kevin McKenna in die Innenverteidigung. Adil Chihi steht wegen Verletzungsproblemen nicht im Kader.


VfL Wolfburg - Hertha BSC

Unter der Woche spielten die Wolfsburger noch ihr Zwischenrunden-Spiel im UEFA-Pokal. Schnell umschalten heißt es für die "Wölfe" nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel bei Paris Saint-Germain. Und das aus guten Grund: Mit Hertha BSC kommt der aktuelle Spitzenreiter der Bundesliga nach Wolfsburg. Respekt vor der Hertha ist also durchaus angebracht.

Die beeindruckende Heimbilanz der Wolfsburger in dieser Saison (acht Siege und ein Remis) sollte jedoch auch für das Spiel gegen den Tabellenführer das nötige Selbstvertrauen geben. Nach wie vor fehlen dem VfL Topstürmer Grafite (Knieoperation) und Ashkan Dejagah (Virus-Erkrankung).

Pantelic fällt aus

Die Berliner haben nur eines ihrer letzten fünf Auswärtsspiele gewonnen (3:2 in Bochum). Doch gestärkt durch den Erfolg der letzten Wochen und die Eroberung der Tabellenspitze werden sie versuchen den fünften Auswärtssieg der Saison einzufahren.

Eine Entspannung der Personalsituation hatte sich Hertha-Coach Lucien Favre nach der Übernahme der Tabellenführung gewünscht, doch die Hoffnung des Trainers erfüllt sich nicht. Denn neben Gojko Kacar (Achillessehnenprobleme), Sofian Chahed (Muskelfaserriss) und Fabian Lustenberger (Ermüdungsbruch) wird auch Marko Pantelic (Schienbeinkopfprellung) in Wolfsburg fehlen. Ungewiss ist ebenfalls der Einsatz von Patrick Ebert (Schleimbeutelentzündung).


Karlsruher SC - Eintracht Frankfurt

Wie in der Hinrunde, so wird das Rückrunden-Duell zwischen Karlsruhe und Frankfurt zu einem echten "Keller-Krimi". Das Hinspiel gewannen die Hessen mit 2:1. Mit Toren ist jedenfalls zu rechnen. In allen Erst- und Zweitligapartien (49) gab es noch nie ein 0:0 zwischen beiden Mannschaften.

Der KSC stellt mit 36 Gegentreffern die drittschlechteste Abwehr der Bundesliga. Für die Partie gegen die Eintracht will sich das Team von Trainer Edmund Becker nicht nur in dieser Hinsicht verbessern. Auch drei Punkte täten den Karlsruhern im dicht gedrängten Abstiegskampf sehr gut. Auf die Frankfurter können die Badener mit einem Sieg bis auf einen Punkt ran kommen.

Becker besitzt im defensiven Mittelfeld wieder mehr Möglichkeiten. Engelhardt ist nach Gelb-Rot-Sperre wieder spielberechtigt und Michael Mutzel hat seine Wadenverletzung überwunden.

Chris muss noch ein Mal zuschauen

Die Eintracht muss ebenfalls dringend punkten, um sich wieder Luft nach unten zu verschaffen. Die Frankfurter müssen neben den vielen Langzeitverletzten erneut auf Abwehrchef Chris verzichten, der nach seiner Roten Karte im Heimspiel gegen Köln (2:2) noch ein Spiel pausiert.

Fraglich ist auch der Einsatz von Verteidiger Patrick Ochs, der nach seinem Mittelhandbruch mit einer Spezialschiene auflaufen könnte. Ebenso ungewiss ist der Einsatz von Bellaid und Vasoski.


Energie Cottbus - Werder Bremen

Energie-Coach Bojan Prasnikar hat die Bremer im UEFA-Cup-Spiel gegen den AC Mailand noch einmal gründlich studiert. "Werder mit Diego ist eine andere Mannschaft als Werder ohne ihn", hat er erkannt. Einen "Wachhund" für den Bremer Regisseur wird der Coach dennoch nicht bennennen. "Werder hat große Qualität und viel Erfahrung, wir müssen der Offensivstärke des Gegners als Mannschaft begegnen und dürfen uns nicht nur auf Diego konzentrieren", gibt er vor.

Wichtig sei vor allem auch, wie zuletzt immer wieder den Torabschluss zu suchen. Aufgrund der Gelb-Sperren von Cagdas Atan und Daniel Ziebig muss die Abwehr der Cottbuser umgebaut werden. Denkbar wäre auch die Rückkehr zu zwei Sechsern im Mittelfeld.

Schaaf: "Wir haben nichts zu verschenken"

Die Bremer warten im neuen Jahr noch immer auf den ersten Bundesliga-Sieg. "Uns allen ist bewusst, wie unsere Situation in der Liga ist. Wir haben nichts zu verschenken", verwies Werder-Trainer Thomas Schaaf auf den unbefriedigenden zehnten Tabellenplatz.

Gegen die Defensivspezialisten aus Cottbus darf auch Diego wieder mitmischen. Werders Ballzauberer hat seine Rot-Sperre von vier Spielen abgesessen und könnte den Angriffsbemühungen zusätzliche Durchschlagskraft verleihen.


Borussia Mönchengladbach - Hannover 96


Borussen-Trainer Hans Meyer weiß um die Bedeutung der Partie: "Unsere Situation ist sehr prekär. Druck haben wir schon länger, aber er wird mit jedem Spiel, in dem wir nicht erfolgreich sind, größer. Natürlich müssen wir vor allem zu Hause deutlich mehr punkten, sonst reicht es nicht." Über den Gegner aus Hannover mochte Meier nicht so viel sagen. Nur: "Sie sind in einer Position, in der sie bei zwei oder drei Niederlagen hintereinander ganz unten reinrutschen."

Marin wieder von Beginn an?

Deswegen ist die Partie auch für Hannover eine besondere. "Ich erwarte 90 Minuten Kampf, hoffentlich verkrampft das Ganze nicht", betont Meier weiter. Noch offen ist ob Marko Marin wieder in der Startelf steht. Einzige Ausfälle sind die beiden Abwehrspieler Dante (Muskelfaserriss) und Jean-Sebastien Jaures (Reha nach Knieoperation).

Seinen Auswärtsfluch endlich besiegen will Hannover 96. Bei der 1:3-Niederlage in Cottbus standen sich mit dem FC Energie und Hannover das schwächste Heim- und Auswärtsteam gegenüber. Da 96 seine Auswärtsbilanz (1 Punkt) nicht aufpolieren konnte, trifft nun die weiterhin auswärtsschwächste Mannschaft aus Hannover auf die erfolgloseste Bundesligaelf der Saison, Mönchengladbach.

Schlaudraff zurück im Kader

96-Coach Dieter Hecking wird möglicherweise auf so viele Spieler wie schon lange nicht mehr zurückgreifen können. Neben den Langzeitverletzten Vinicius, Valerien Ismael, Gaetan Krebs und Chavdar Yankov fällt mit Jan Rosenthal (Grippe) nur ein Spieler kurzfristig aus.

Jan Schlaudraff steht nach seiner Leisten-OP wieder im Kader. Noch nicht 100 Prozent fit ist Mike Hanke (Patellasehnenproblemen). Wieder einsatzbereit ist Winterneuzugang Leon Andreasen, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat.


Arminia Bielefeld - VfL Bochum

Zuletzt erreichten die Arminen daheim ein 1:1 gegen Hertha BSC. Am vergangenen Spieltag unterlagen sie 0:2 in Hamburg. Nun sollen wieder drei Punkte auf der "Bielefelder Alm" bleiben.

Die personelle Situation hat sich bei den Bielefeldern weitgehend entspannt. Thorben Marx hat seine Gelb-Sperre abgesessen und ist wieder spielberechtigt. Daniel Halfar, Markus Bollmann und Markus Schuler konnten beschwerdefrei trainieren und stehen gegen Bochum ebenso zur Verfügung wie Jonas Kamper, der zwischenzeitlich über Rückenprobleme klagte. Auch Rüdiger Kauf, der an einem Bänderriss im Knöchel laborierte, ist aller Voraussicht nach wieder mit dabei. Definitiv fehlen werden Leonidas Kampantais (Kreuzbandoperation) und Thilo Versick.

Nach "Derby-Sieg" auch auswärts punkten

Die Stimmung beim VfL Bochum ist angesichts der drei Zähler aus dem "Revierderby" gegen Schalke (2:1) und vor dem wichtigen Gastspiel bei Arminia Bielefeld spürbar besser geworden. Doch nach dem zweiten Rückrundensieg soll nun auch in der Fremde gepunktet werden. Vier Punkte konnten die Bochumer auf fremden Platz einfahren. Allerdings war kein "Dreier" dabei.

Unklar ist noch, wen Marcel Koller anstelle des gesperrten Sestak (fünfte Gelbe Karte) für die rechte Seite nominiert. Anthar Yahia und Kapitän Marcel Maltritz (beide Bänderriss) fallen genauso wie Matias Concha, der sich zwar wieder im Training befindet, den aber noch Schmerzen plagen, aus.
Dafür kehrt Slawo Freier nach seiner Sehnenreizung in den Kader zurück. "Er hat gut trainiert, für 90 Minuten wird es aber nicht reichen", sagte VfL-Trainer Marcel Koller. Gleiches gelte für Shinji Ono.

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim

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