Mit einem Torfestival gegen Liechtenstein möchte die deutsche Mannschaft (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) ihre "Afrika-Safari" erfolgreich beginnen.

"Ein guter Start in die WM-Qualifikation ist für uns enorm wichtig. In der EM-Qualifikation hat uns der Sieg gegen San Marino durch die Gruppenphase getragen und gleich viel Selbstvertrauen gebracht.

Auch wenn Liechtenstein eine ganz andere Klasse als San Marino hat, wollen und werden wir gewinnen", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der am Samstag im Rheinpark-Stadion in Vaduz (20:45 Uhr/live in der ARD) zum 30. Mal als Chef auf der Bank sitzt.

Pflichtsieg

Nach dem Auftakt beim 130. der Weltrangliste wartet auf den Vize-Europameister am kommenden Mittwoch in Helsinki gegen Finnland (19:35 Uhr/live im ZDF) im Rennen um den ersten Platz in der Gruppe 4 gleich der erste richtige Härtetest.

"Sechs Punkte sind Pflicht", meinte Spanien-Legionär Christoph Metzelder, der möglicherweise aber nur auf der Ersatzbank sitzen wird. Das Innenverteidigergespann könnte wie zuletzt beim 2:0 gegen Belgien Serdar Tasci und Heiko Westermannn bilden.

Die Ausfälle der Routiniers Michael Ballack und Torsten Frings sollen mit Blick auf den angepeilten Sechs-Punkte-Start keine Rolle spielen. Als Anführer im Mittelfeld wird der zuletzt formstarke Bastian Schweinsteiger in der Zentrale das Zepter schwingen.

Selbstbewusst

Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes haben bereits gegen Belgien unter Beweis gestellt, dass sie im defensiven Mittelfeld in den kommenden zwei Jahren bis zum EURO-Beginn ernsthafte Konkurrenten für Ballack und Frings werden können.

"Ich weiß, dass mit Michael Ballack und Torsten Frings noch zwei erfahrene Spieler da sind, die es zu verdrängen gilt. Ich will den nächsten Schritt zum Stammspieler machen", hatte VfB-Kapitän Hitzlsperger zuletzt erklärt und damit eine Kampfansage an die arrivierten Kräfte in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gerichtet.

Auch der Leverkusener Rolfes will seinen Platz an der Seite von Hitzlsperger nicht so schnell wieder hergeben. "Für uns beide beginnt jetzt ein neuer Abschnitt mit neuen Zielen", sagte Rolfes.

Gesunde Konkurrenz

Worte, die Löw gerne hört. Denn der Bundestrainer forderte, nachdem Ballack und Frings bereits in der entscheidenden Phase der EM-Qualifikation lange verletzungsbedingt gefehlt hatten, Spieler wie Hitzlsperger, Schweinsteiger und Rolfes auf, "jetzt auch Ansprüche anzumelden".

Zudem will Löw unter anderem Marko Marin und Patrick Helmes noch näher an die erste Elf heranführen. Piotr Trochowski ist da schon einen Schritt weiter. Der Hamburger steht gegen Liechtenstein in der Anfangsformation. "Er hat uns zuletzt sehr gut gefallen und in Hamburg wieder einen Schritt nach vorne gemacht", sagte Löw-Assistent Hans-Dieter Flick

Klose trägt die Binde

Ein neuer Abschnitt beginnt mit dem Spiel in Liechtenstein für Angreifer Miroslav Klose. Mit 82 Länderspielen ist der WM-Torschützenkönig derzeit erfahrenster Akteur im DFB-Team und wird den dreimaligen Welt- und Europameister in Vaduz deshalb als Kapitän in das nur 7.000 Zuschauer fassende Rheinpark-Stadion führen. "Ich bin absolut guter Dinge, dass es jetzt aufwärts geht", sagte der 30-Jährige, der gemeinsam mit Lukas Podolski das Sturmduo bildet.

Trotz der Hoffnung auf ein Schützenfest gegen Liechtenstein mahnte Löw vor der Abreise nach St. Gallen einmal mehr, den Underdog nicht zu unterschätzen. "Ich will Liechtenstein nicht stark reden, aber sie haben zu Hause gegen große Mannschaften wie England oder Spanien nur knapp verloren und auch mal in Portugal ein Unentschieden erreicht", meinte Löw.

In den bisherigen beiden Duellen gegen die DFB-Auswahl musste Liechtenstein allerdings 17 Gegentreffer hinnehmen. Im Juni 1996 siegte Deutschland in Mannheim 9:1, vier Jahre später in Freiburg 8:2.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Enke - Fritz (Jansen), Tasci, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Hitzlsperger, Rolfes, Trochowski - Klose, Podolski