Köln - Wie schon vor einem Jahr bereitet sich der FC Bayern München in Doha unter besten Voraussetzungen auf die Rückrunde vor. Trotz der entspannten Atmosphäre und der komfortablen Tabellensituation gibt es aber auch mahnende Worte zu hören.

"Du kriegst nichts für die Hinrunde, außer ein bisschen Vorsprung", sagte Sportvorstand Matthias Sammer am Sonntag. Das Trainingslager in Katar sei dabei ein "erster Schritt in eine hoffentlich gute Rückrunde." Mit elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg geht es zum Rückrundenauftakt am 30. Januar direkt gegen den ersten Verfolger nach Niedersachsen.

Während viele Fans bereits auf eine der frühesten Meisterschaften aller Zeiten spekulieren, machte Coach Pep Guardiola eine ganz andere Rechnung auf: "Wir haben elf Punkte Vorsprung, das sind drei Spiele. Also müssen wir noch 14 der letzten 17 Spiele gewinnen", so die äußerst pessimistische Erklärung des Bayern-Trainers, der noch einmal deutlich betonte, dass die Bundesliga der wichtigste Titel der Saison ist.

Fokus liegt auf Fitness und Taktik

Gleichzeitig soll aber auch verhindert werden, dass die Mannschaft nach einem möglichen Gewinn der Meisterschaft wieder in ein Formtief durch Spannungsverlust fällt. Guardiola räumt dabei auch eigene Fehler im vergangenen Jahr ein: "Die Mannschaft war down und ich habe es nicht geschafft, sie hochzubringen."

Entsprechend konzentriert geht es also auch in Doha zu Werke. Neben der Fitness ist der Fokus klar auf die Taktik gerichtet. „Wir arbeiten an unserer Spielweise, den kleinen Details, der Taktik. Während der Saison haben wir kaum Zeit für bestimmte Dinge, die wir einstudieren wollen“, so Guardiola.

Die Mannschaft hat derweil immer weniger Verletzungssorgen zu beklagen. Kleinere Probleme bei Juan Bernat (Erkältung) und Medhi Benatia (Rückenschmerzen) sollten in wenigen Tagen schon vergessen sein. Mario Götze stand nach Magen-Darm-Problemen schon am Sonntagnachmittag wieder auf dem Trainingsplatz. 

Badstuber wieder voll belastbar

Viel wichtiger ist aber ohnehin die Rückkehr von Langzeitverletzten Leistungsträgern wie David Alaba, der in Kürze wieder voll mit der Mannschaft trainieren wird. Vor allem scheint aber die lange Leidenszeit von Holger Badstuber beendet. Der 25-Jährige ist nach zwei Kreuzbandrissen und einer Oberschenkelverletzung wieder voll belastbar: "Ich fühle mich gut, von der Verletzung ist gar nichts mehr zu spüren. Ich bin vom Kopf her frei und habe die Bestätigung von den Ärzten, dass alles sehr gut verheilt ist", so Badstuber.

Dass die Mannschaft auf einem "brutal hohen Niveau" ist, weiß auch Badstuber: "Körperlich und spielerisch-taktisch liegt noch ein weiter Weg vor mir." Bereits am Dienstag soll er beim Testspiel gegen ein All-Star-Team der katarischen Liga die dringend nötige Spielpraxis sammeln.

Karol Herrmann