München - Für Pep Guardiola ist David Alaba einer der wichtigsten Spieler beim FC Bayern München. Der Bayern-Coach lobt vor allem die Vielseitigkeit des Österreichers. Der hat sich mittlerweile sogar zum Freistoßspezialisten gemausert.

Es war die 50. Minute in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena. Nach einem Foul an Arjen Robben gut 30 Meter vor dem Tor, legt sich David Alaba den Ball zurecht - und hämmert das Leder mit Links über die Mauer genau in der rechten Winkel zum 2:0 gegen den VfB Stuttgart. Ein absolutes Traumtor! Und nicht der erste sensationelle Freistoß, den der junge Österreicher für die Bayern im Tor versenkt.

"Trainiere Freistöße seit ich 15 bin"

Auf fcb.de verrät der 22-Jährige jetzt, wie er zum Freistoßspezialisten geworden ist. "Ich trainiere das schon, seit ich 15 bin. Damals war ich noch bei Austria Wien", erklärt Alaba. Anregungen holte er sich dabei von den ganz Großen seines Faches: "Über die Jahre habe ich versucht, meine Technik zu verfeinern. Mit Videos von Juninho, Cristiano Ronaldo oder David Beckham. Aber vor allem mit viel, viel Übung. Oft klappt es nicht im Spiel, aber wenn, dann ist es umso schöner."

Mittlerweile hat er sich nicht nur eine Menge Selbstvertrauen geholt, sondern ist auch bei den Mitspielern als Freistoßschütze voll akzeptiert. "Natürlich kann auch Arjen Robben super schießen. Oder Mario Götze, Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso. Wir wechseln uns da auch ab. Aber die Mannschaft vertraut mir. Wenn ich mich gut fühle, nehme ich mir auch einfach mal das Ding und hau drauf", sagt der österreichische Nationalspieler. Dabei ist Alaba vor allem gefragt, wenn der Ball weit weg vom Tor liegt. "So 25 bis 30 Meter vor dem Tor, das ist für die Flugkurve meines Schusses ideal", sagt er selbstbewusst.

Gegen HSV das 100. Bundesliga-Spiel für FCB

Gerade einmal 22,5 Jahre ist Alaba alt, und doch gehört er bei den Bayern schon zu den Altgedienten. Am 10. Februar 2010, also vor ziemlich genau fünf Jahren, feierte er als 17-Jähriger im DFB-Pokal gegen die SpVgg. Greuther Fürth (6:2) sein Profidebüt für den FCB. Seit dreieinhalb Jahren ist er bereits Stammspieler beim Rekordmeister - am Samstag wird er gegen den Hamburger SV (ab 15:00 Uhr im Liveticker) sein 100. Bundesliga-Spiel für die Münchner machen. "Es ist unglaublich, was in dieser Zeit bis heute alles passiert ist. Ich durfte schon in jungen Jahren tolle Erfolge feiern und viele unvergessliche Augenblicke genießen. Ich frage mich manchmal immer noch, ob das wirklich alles real ist", sagt Alaba bei fcb.de zu seinem Jubiläum.

Bereits drei Trainer hat der junge Linksfuß in seiner Zeit an der Säbener Straße erlebt. Jeder habe einen besonderen Einfluss auf seine Entwicklung gehabt, sagt er selbst. "Das sind drei absolute Weltklasse-Trainer, unter denen ich jeweils große Schritte gemacht habe. Louis van Gaal war sehr streng, aber auch für einen da, wenn man ihn gebraucht hat. Jupp Heynckes war eine Vaterfigur. Er war vor allem uns jungen Spielern sehr nah. Und Pep Guardiola hat ein brutales Fußballwissen, so etwas habe ich noch nie erlebt. Aber auch mein halbes Jahr in Hoffenheim unter Marco Pezzaiuoli hat mich weitergebracht. Das darf man nicht vergessen", erklärt er.

"Wo ich spiele, ist relativ wurscht"

Spielte Alaba bei van Gaal und Heynckes zumeist als linker Außenverteidiger, so setzt Pep Guardiola ihn flexibel auf verschiedenen Positionen in Mittelfeld und Abwehr ein. Alaba ist sein häufiger Rollenwechsel egal, er kann sogar darüber lachen. "Ich war ja sogar schon Innenverteiger. Wenn mir das einer vor zwei Jahren gesagt hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt.Nein, es ist sicher kein Nachteil, auf mehreren Positionen spielen zu können. Mein Anspruch ist, so viele Spiele wie möglich zu machen. Wo, ist relativ wurscht", sagt Alaba.

Nicht wurscht ist ihm der holprige Start in die Rückrunde. Aber auch dafür hat er eine Erklärung: "Über das Wolfsburg-Spiel müssen wir nicht mehr reden, da waren wir einfach schlecht. Gegen Schalke waren wir lange in Unterzahl, dafür haben wir es gut gemacht, finde ich. Und in Stuttgart haben wir gewonnen. Ich weiß, dass wir noch unseren Rhythmus finden müssen, aber es ist auch echt nicht so einfach, wenn Mannschaften mit zehn Mann am eigenen Strafraum stehen und ihr Tor verteidigen."

Gegen den HSV soll es am Samstag besser werden. "Da wollen wir den nächsten Schritt machen. Wir werden uns in dieser Woche gut vorbereiten und dann hoffentlich unsere Fans in der Allianz Arena mal wieder begeistern. Zum Glück sind Franck Ribery und Rafinha wieder da. Wir brauchen sie, das sind zwei sehr wichtige Spieler", sagt er.

Video: Alabas Freistoßtor gegen den VfB Stuttgart