Für Mainz ist Mönchengladbach nach den Partien gegen Leverkusen und München am Sonntag wieder ein Gegner auf Augenhöhe (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Dennoch warnte Coach Thomas Tuchel vor der Borussia: "Punkte gibt es gegen niemanden einfach so im Vorbeigehen, wir müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen."

Mit der Leistung im vergangenen Spiel gegen den FC Bayern war Tuchel nicht zufrieden: "Wir waren zu wenig aggressiv, zu passiv und zu langsam." In der Borussia sieht der Fußballlehrer eine konterstarke Mannschaft, die nach dem überzeugenden Bremen-Sieg mit breiter Brust auflaufen wird.

Personelle Veränderungen

"Auswärts stehen sie sehr defensiv, sehr kompakt, aber mit den schnellen Offensivspielern kann's auch ganz schnell gefährlich werden", schätzt der Trainer, "bei uns wird es viel darauf ankommen, ob wir die Balance finden können zwischen hohem Tempo, Wachsamkeit und guter Grundordnung."

Personell wird es einige Veränderungen geben beim Aufsteiger, der zuhause noch ungeschlagen ist. Zsolt Löw wurde gerade erst am Sprunggelenk operiert und fällt definitiv für links flach. Florian Heller hat zwar am Lauftraining teilgenommen, aber ob er nach seinem Augenhöhlenbodenbruch spielen kann, ist fraglich.

Somit steigen die Chancen für die Neuzugänge Malik Fatih und Radoslav Zabavnik. "Die beiden haben einfach eine grundsätzliche Qualität, sie haben sich gut eingefügt und sind im Training sehr konzentriert bei der Sache", berichtet Tuchel.

Probleme auf der "Zehn"

Dass es aber gerade in der Viererkette auf Eingespieltheit und Kommunikation ankommt, weiß auch der Mainzer Coach, der eine weitere Baustelle zu bearbeiten hat: die Zehnerposition. Andreas Ivanschitz ist Gelb-gesperrt, Jan Simak hat die Woche mit Adduktorenproblemen zu kämpfen und konnte noch nicht mit der Mannschaft trainieren.

"Filip Trojan, Adam Szalai, André Schürrle und Elkin Soto wären Optionen für die Zehn. Vielleicht ändern wir auch die taktische Grundordnung. Schauen wir mal", wollte sich Tuchel nicht in die Karten schauen lasen.

Schlechte Bilanz für Gladbach in Mainz

Mit dem Rückenwind eines 4:3 über Bremen, aber ohne Karim Matmour tritt Gladbachs Trainer Michael Frontzeck die Reise nach Mainz an. Matmour ist zwar gesund, hat aber in den vier Wochen beim Afrika Cup Substanz verloren und wird erst in der kommenden Woche wieder mit der Mannschaft für die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga trainieren.

Mainz sei zuhause eine Macht, warnte Frontzeck. "Sie haben mit die wenigsten Gegentore im eigenen Stadion hinnehmen müssen, sie sind daheim noch ungeschlagen und treten sehr organisiert auf, wie wir im Hinspiel gesehen haben, das wir verdient, aber nur knapp, gewonnen haben."

Dass die Partie in Mainz eine ganz andere wird als das zurückliegende Spiel gegen Werder, zeigen schon die letzten drei Resultate, die der VfL von den Ausflügen an den Bruchweg mit nach Hause nahm. 0:3, 0:3, 1:4! Diese Zahlen und die aktuelle Saisonstatistik haben die Spannung in der Trainingsarbeit bei Borussia zusätzlich hoch gehalten.

Fragezeichen hinter Bobadillas Einsatz

"Mainz hat zu Recht viel Selbstvertrauen, sie machen aus ihren Möglichkeiten nahezu das Perfekte. Wir müssen eine Mischung finden zwischen der Offensivleistung gegen Bremen und der Defensivleistung in Berlin - und wir sind sehr gut vorbereitet", ließ der Borussen-Trainer keinen Zweifel an der guten zurückliegenden Trainingswoche.

Die vier Langzeitverletzten Paul Stalteri, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Gal Alberman und Christian Dorda fallen weiter aus, hinter dem Einsatz von Torjäger Raul Bobadilla, der während der Woche über Muskelprobleme klagte, steht noch ein kleines Fragezeichen.

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