Köln - Der FC Bayern München hat nach seinem souveränen 3:0-Auswärtssieg beim 1. FC Köln seinen Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig auf satte sieben Punkte ausgebaut. Viel spricht nun für die fünfte Meisterschaft der Bayern in Folge. Hinter dem Erfolg steckt ein Teamspirit wie lange nicht.

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In fast allen Kategorien dieser Saison verzeichnet der Rekordmeister den Bestwert. Die Bayern sind mit großem Vorsprung Tabellenführer, sie haben die meisten Spiele gewonnen (17) und die wenigsten verloren (1). Sie haben die meisten Tore erzielt (57), die wenigsten kassiert (13) und folgerichtig auch die beste Tordifferenz (+44). Die Elf von Trainer Carlo Ancelotti hat den höchsten Sieg der Saison eingefahren (8:0 gegen den HSV), sie sind mit Abstand die beste Auswärtsmannschaft und daheim neben Dortmund und Hoffenheim noch ungeschlagen. Und die Bayern haben inzwischen auch die meisten Torschützen (16) in ihren Reihen.

Beim Dreier in Köln trafen mit Javi Martinez und Juan Bernat gleich zwei Spieler zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Die Botschaft an die Konkurrenz lautet: beim FC Bayern kann jeder ein Tor machen. Wenn es einem Gegner wie dem 1. FC Köln einmal gelingt, die brandgefährliche Offensive um die Superstars Robert Lewandowski oder Thomas Müller weitgehend auszuschalten, springen eben andere in die Bresche.

16 verschiedene Schützen haben sich bei den Münchenern nun in die Torjägerliste eingetragen. Bei Bayer Leverkusen sind es 14, bei Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der TSG 1899 Hoffenheim jeweils 13. Außer Jerome Boateng und Renato Sanches haben alle in dieser Saison eingesetzten Feldspieler des FC Bayern bereits getroffen.

Ribery lobt die zweite Reihe

Das garantiert am Ende auch den großen Erfolg, glaubt Franck Ribery, in Köln Schütze des dritten Tores des Rekordmeisters. "An ihnen (Martinez und Bernat, die Red.) sieht man, dass die Mannschaft im Moment sehr gut funktioniert", sagte der Franzose in der Domstadt. "Wir brauchen alle Spieler, wenn wir viele Titel gewinnen wollen. Diesmal haben viele Spieler auf der Bank gesessen, die sonst spielen. Und die Jungs, die für sie auf dem Platz waren, haben es super gemacht."

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So konnten sich Mats Hummels, Arjen Robben, Xabi Alonso und auch zunächst er selbst entspannt auf der Bank zurücklehnen und dem Treiben ihrer Kollegen zuschauen. "Wenn du so spielst und es so gut funktioniert wie im Augenblick, dann konnst du auch in diese richtige Stimmung", meint Ribery. "Wir wollen alle zusammen etwas gewinnen. Auch die Spieler auf der Bank sind hochkonzentriert und wie ich jetzt auch bereit für eine halbe Stunde."

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Die gute Stimmung im Team erinnert den 33-Jährigen an die legendäre Triple-Saison 2012/13, die Art die Mannschaftsführung von Carlo Ancelotti ähnele der von Jupp Heynckes in jener besten Spielzeit der Bayern aller Zeiten. Es sieht so aus, als schaffe es der italienische Starcoach erneut, seine Mannschaft so einzustellen, dass sie in der entscheidenden Phase der Saison zur Höchstform aufläuft.

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Vergessen ist in München der Stotterstart mit den wenig inspirierten Auftritten und Last-Minute-Treffern in Freiburg (2:1), Ingolstadt (2:0) oder Berlin (1:1) in den ersten Spielen des neuen Jahres. In den drei Pflichtspielen der letzten Woche schossen die Bayern gegen Hamburg, Schalke und Köln mal eben 14:0 Treffer. Zuvor hatten sie im wichtigen Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel den FC Arsenal mit 5:1 aus der Arena geschossen.

"Ich habe gelesen, dass die Bayern eine Krise haben. Darüber habe ich mich köstlich amüsiert", meinte der Kölner Trainer Peter Stöger abschließend. "So richtig spannend wird die Saison nicht werden." Im Moment scheint es in der Tat ausgeschlossen zu sein, dass diese Bayern-Mannschaft noch einmal ernsthaft aus dem Tritt geraten könnte.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski