Hannover - "Die Flanke kam, ich war da." Kurz und bündig beschrieb ein gut gelaunter Srdjan Lakic seinen Treffer zum 1:1 in der 73. Minute für den SC Paderborn in Hannover (Spielbericht). Es war der erste Treffer des Winter-Neuzugangs für den Aufsteiger - gerade mal zwei MInuten nach seiner Einwechslung.

Und ein wichtiger für die abstiegsbedrohten Gäste: Es war der erste Treffer nach vier torlosen Spielen zum Rückrundenauftakt.  "Er hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben", freute sich André Breitenreiter.  Und sechs Minuten nach dem Ausgleich sorgte Alban Meha für noch größere Freude beim Paderborn-Coach, für den es "keine Rolle" spielte, dass er ausgerechnet seinen Heimatverein bei dem er seine Profi-Karriere begonnen hatte, in die Krise brachte. Der Albaner traf aus gut 25 Metern per Freistoß zum 2:1-Endstand. Paderborn feierte den ersten Dreier nach zehn sieglosen Spielen in Folge.

"Wir haben eine Super-Moral bewiesen"

Ein Ergebnis, mit dem unter den 38.300 Zuschauer  in der HDI-Arena kaum noch jemand gerechnet hatte.  Denn nur eine Minute nachdem Miiko Albornoz einen Schuss von Süleyman Koc von der Linie gekratzt hatte, traf Marcelo 24 Minuten vor Ende der Partie zum 1:0 für die Gastgeber.

"Wir haben eine Super-Moral bewiesen", freute sich Meha. "Wir haben gezeigt, dass wir Fußballspielen können." Und der Treffer sei alles andere als ein Zufall gewesen. "Ich muss muss im Grunde nur das Tor treffen. Weil der Ball immer so flattert, wird es für jeden Torhüter schwer", so der 28-Jährige, der "nach jedem Training noch 15 Minuten genau diese Schusstechnik" übt.

"Wollten den Bock umstoßen"

"Wir haben schon in den letzten zehn Minuten vor der Pause gespürt, dass hier was drin ist und uns vorgenommen, in der zweiten Hälfte so weiterzumachen", so Meha zu bundesliga.de. "Wir wollten den Bock umstoßen", hatte Breitenreiter seine Mannschaft beim Pausentee motiviert.

Am Ende sprach der SCP-Coach von einem "verdienten Sieg meiner Mannschaft... Die Jungs wollten gewinnen. Das hat man gesehen. Es war nach dem 0:0 (beim 1. FC Köln; die Red.) letzte Woche ein weiteres, ganz wichtiges Erfolgserlebnis. Es war wichtig, nach den Ergebnissen der letzten Wochen nicht die Nerven zu verlieren."

"Dieser Sieg wird uns Aufschwung geben für die kommenden Aufgaben", ist Lakic sicher. Und die sind nicht einfach. Am Samstag ist Rekordmeister Bayern München in der Benteler-Arena zu Gast. Danach geht es in Mönchengladbach und gegen Bayer Leverkusen gegen zwei Champions-League-Aspiranten.

Keine Angst vorm Rekordmeister

"Da sind wir natürlich klare Außenseiter", weiß Meha, "aber wir werden alles versuchen." Und vielleicht per Freistoß treffen. "So ein Ball kann auch bei Manuel Neuer reingehen", vertraut der Mittelfeldspieler auf seine Stärke bei Standards.
Auch Lakic kann der kommende Gegner nicht schrecken. "Der FC Bayern ist ein Gegner, vor dem wir natürlich Respekt haben", blickt der Angreifer voraus, aber keine Angst. "Man freut sich als Spieler doch darauf, gegen die Bayern zu spielen." Und vielleicht ist der 31-Jährige dann wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs