Frankfurt/Main - "Mehrere Leute im Verein sind ruhig geblieben", sagte Volker Finke nach dem 2:0-Sieg in Frankfurt. Auch seinen Vorgänger vergaß er nicht zu erwähnen. Beim FC findet eine turbulente Saison ein versöhnliches Ende.

Trainer Volker Finke fand den Moment gekommen, einem Mann Respekt zu zollen, der gar nicht in der Frankfurter Commerzbank Arena war: "Glückwunsch und Dank an Frank Schaefer, er hat das Ganze hier ins Rollen gebracht und hat großen Anteil an diesem Erfolg."

Finke lobt das ganze Team

Dem ehemaligen Coach sollte er später noch im "Aktuellen Sport Studio" Respekt zollen. Doch nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel unter seiner eigenen Leitung wollte Finke zunächst seine Mannschaft loben. Es galt, das Image seines Teams als "Söldnertruppe" (Finke) zu korrigieren.

"Man hat doch gesehen, dass jeder bereit ist füreinander zu kämpfen, wie sich das gehört. Wenn wir die Klasse halten, liegt das auch daran, dass mehrere Leute im Verein ruhig geblieben sind in schwieriger Zeit." Das Lob beziehe sich auf das ganze Team, "es gibt hier nicht die guten und die schlechten Jungs."

41 Punkte hat der FC jetzt auf dem Konto und steht nach dem 33. Spieltag auf dem 13. Tabellenplatz. Die Saison klingt also versöhnlich aus. Ab August geht man ins vierte Jahr Bundesliga in Folge.

Chancenverwertung lässt zu wünschen übrig

Dass nach den zuletzt deprimierenden Ergebnissen in der Fremde - die letzten drei Partien waren mit 1:4 (Wolfsburg), 1:5 (Mönchengladbach) und 2:6 (HSV) verloren gegangen, ausgerechnet ein Sieg auf fremdem Terrain die Rettung bedeutete, war Finke eine gesonderte Erwähnung wert: "Wir haben die Torflut bei Auswärtsspielen gestoppt. Auf unsere Chancenverwertung möchte ich jetzt aber nicht näher eingehen", schob er augenzwinkernd nach.

In der Tat hätte der Kölner Sieg deutlich höher ausfallen können. Allein in den Schlussminuten hätte man für eine echte Demütigung der Hessen sorgen können. In der 87. Minute tauchten Lukas Podolski und Adil Chihi allein vor Eintracht-Keeper Ralf Fährmann auf, kurz darauf scheiterte der eingewechselte Wilfried Sanou (89.).

Eichner: "Die Feier wird nachgeholt"

Doch all das interessierte nach dem Schlusspfiff im Kölner Lager keinen mehr. Etwa 7.000 Fans aus der Domstadt hatten sich Karten sichern können und bejubelten ihre Lieblinge ausgiebig. "Ich bin einfach nur glücklich, dass wir das jetzt geschafft haben. Und dass ich dabei helfen konnte", sagte auch Offensivmann Chihi, der seinen Verein mit einem schönen Kopfballtreffer bereits in der 24. Minute in Führung gebracht hatte.

Und Christian Eichner ergänzte: "Selbst nach dem 1:4 in Wolfsburg waren wir uns sicher, dass wir die Saison erfolgreich beenden. Das Problem war nur, dass wir es in der ganzen Rückrunde nicht geschafft haben, auswärts einen 'Dreier' zu holen. Dann wäre schon lange Ruhe gewesen."

Alles andere als ruhig war es nach dem Schlusspfiff im Frankfurter Stadion. Auf den Geltungsdrang von etwa 150 Randalieren ausführlicher einzugehen, wäre wohl zu viel der Ehre für die angeblichen Fans der Frankfurter Eintracht. Eichner, der wie seine Teamkollegen abrupt die Jubelszenen vor der Gästekurve unterbrochen hatte, versprach dem eigenen Anhang: "Die Feier wird noch ausführlich nachgeholt."

Aus Frankfurt berichtet Christoph Ruf