Wie wichtig Luca Toni für den FC Bayern München ist, hat er mit seinen 39 Pflichtspieltreffern in der abgelaufenen Spielzeit eindrucksvoll bewiesen. Doch nicht nur auf dem Platz macht der Bundesligatorschützenkönig 2007/08 die Münchener stärker.

Mit seinem Anruf beim italienischen Landsmann Massimo Oddo, mit dem Toni 2006 gemeinsam Weltmeister wurde, sorgte der FCB-Torjäger dafür, dass das Starensemble des Deutschen Meisters zuletzt mit einem weiteren Hochkaräter bestückt wurde.

Späte Umstimmung

Oddo stand in der vergangenen Woche schon kurz vor einer Vertragsunterschrift beim französischen Abonnement-Meister und Champions League-Gruppengegner der Bayern Olympique Lyon.

Erst die telefonische Kontaktaufnahme Tonis, bei dem er seinem Freund einen Wechsel nach München schmackhaft machen konnte, und die folgenden Anrufe von Trainer Jürgen Klinsmann und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, stimmten den Rechtsverteidiger noch um.

"Bundesliga ist attraktiver"

Kurzerhand entschied sich Oddo für einen Wechsel vom AC Mailand zum Rekordmeister, bei dem Handlungsbedarf auf der rechten Außenbahn bestand, da Willy Sagnol und Hamit Altintop noch wochenlang ausfallen.

"Das Interesse von Lyon war sehr stark", bekannte er nach seinem Wechsel, doch "Bayern ist ein Verein mit großer Historie und zählt zu den fünf, sechs besten Clubs der Welt. Außerdem finde ich es attraktiver in der Bundesliga zu spielen". Wie stimmungsvoll die Stadien in der Bundesliga sind, hatte Oddo, der zunächst für ein Jahr auf Ausleihbasis, durch die WM vor zwei Jahren wohl noch bestens in Erinnerung.

Ansprechendes Debüt

Beim Abschiedsspiel von Oliver Kahn zwischen dem FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend hatte der 32-Jährige dann seinen ersten Auftritt im Trikot der "Roten".

Rechts hinten in der Viererkette aufgestellt, überzeugte der Neuzugang mit forschen Ausflügen nach vorne, initiierte zahlreiche Angriffe und bereitete in der Folge dann auch den 1:1-Ausgleichstreffer durch Miroslav Klose mit einem sehenswerten Pass mustergültig vor. "Es ist eine Stärke von mir, so in die Offensive zugehen. Aber zunächst einmal bin ich ein Abwehrspieler", gab sich der Debütant bescheiden.

Klinsmann von Oddos Qualitäten überzeugt

Mit seinem ausgeprägten taktischen Verständnis, seiner ruhigen, ausgeglichenen Art, Fußball zu spielen, und nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrung ist Oddo gerade im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben in der "Königsklasse" ein wichtiger Baustein in den Plänen von Klinsmann.

"Er hat ein sauberes Spiel, ist technisch begabt und dadurch kommt eine klare Linie rein. Sein Passspiel ist prima, seine Übersicht hat man bei den Diagonal-Bällen gesehen", analysierte der Coach die Stärken des Italieners.

Von seiner Vielseitigkeit auf der rechten Seite wird in Zukunft vor allem auch Landsmann Toni profitieren, der sich schon mal auf gefährliche Flanken in den Sechzehner freuen darf. Und wenn das Zusammenspiel wider Erwarten nicht sofort klappen sollte, hat der Angreifer immer noch Oddos Nummer