Während sich die europäischen Pokalwettbewerbe in der heißen Endphase befinden, ist Bayer Leverkusen nur Zuschauer. Der FC Bayern, Hamburg und Bremen sind mal mehr, mal weniger erfolgreich unterwegs. Die Rheinländer sind zum Zuschauen gezwungen.

Im Endspurt der vergangenen Saison verpassten die Werkskicker die Plätze für das internationale Geschäft nur knapp, am letzten Spieltag rutschten sie durch die Niederlage gegen Bremen noch von Rang 4 auf Platz 7.

Vier Punkte Rückstand

Damit dies in der kommenden Spielzeit nicht noch einmal passiert, will die Mannschaft von Bruno Labbadia in den letzten acht Saisonspielen alles daran setzen, das gesteckte Ziel, Platz 5, zu erreichen.

Dank des "Dreiers" am vergangenen Spieltag beim Derby gegen den 1. FC Köln verringerten die Leverkusener den Rückstand auf einen UEFA-Pokal-Platz auf vier Punkte. Ausgerechnet gegen den damaligen "Spielverderber" Werder soll nun eine Serie gestartet werden (Sonntag, ab 16:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

"Wir haben uns noch viel vorgenommen für das letzte Viertel der Saison. Da wollen wir uns anders präsentieren als zum Rückrundenstart", verspricht Bayer-Kapitän Simon Rolfes.

Taktische Disziplin statt Hurra-Stil

Toptorschütze Patrick Helmes, gegen seinen Ex-Club Köln per Elfmeter erfolgreich, warnt allerdings vor verfrühter Euphorie. "Wir haben jetzt erst einmal ein Spiel gewonnen. Wir hatten die letzten fünf Spiele vorher nicht positiv bestritten, keines davon gewonnen. Das darf man nicht vergessen. Für uns war wichtig, endlich aus der kleinen Krise herauszukommen", sagte der Nationalspieler im bundesliga.de-Interview.

Beim Weg aus der "Krise" verzichtete die Bayer-Elf auf das in der Hinrunde so oft gezeigte Offensivspektakel. Stattdessen verordnete Trainer Labbadia seinem Team in der Domstadt eine abwartende und kontrollierende Taktik. "Wir haben in Köln keinen Hurra-Stil gezeigt, sondern große taktische Disziplin", sagte der Coach.

Stürmer Stefan Kießling erklärte die Strategie anschließend folgendermaßen: "Wir haben versucht, kompakt zu stehen und haben gekämpft, was uns nicht so unbedingt liegt, weil wir eine spielerisch starke Mannschaft sind."

Schweres Restprogramm

Doch der Erfolg und die drei Punkte geben Labbadia Recht. Auch Sportdirektor Rudi Völler zeigte sich erleichtert nach dem ersten Bundesliga-Sieg seit dem 13. Februar: "Wir durften den Abstand auf die internationalen Plätze nicht zu groß werden lassen und sind jetzt wieder im Rennen."

Doch das Restprogramm hat es in sich. Am Sonntag geht es in der Ausweichspielstätte LTU arena in Düsseldorf, in der noch kein Bundesliga-Heimspiel gewonnen wurde, gegen Bremen. Danach tritt Bayer in Wolfsburg an, außerdem muss man noch zum FC Bayern reisen und sich auch auf Schalke beweisen.

Innenverteidiger Manuel Friedrich sieht trotzdem eine gute Ausgangsposition: "Wir haben es wieder in der eigenen Hand, die internationalen Plätze noch zu erreichen. Wenn wir alle Spiele gewinnen, sind wir dabei. Ich weiß, das hört sich immer so leicht daher gesagt an: wir wollen alle Spiele gewinnen. Aber das muss unser Ziel sein."

Denis Huber