Der Stachel saß tief bei den Bayern: Nach der 1:2.-Niederlage am 3. Spieltag beim 1. FSV Mainz 05 war die Stimmung beim deutschen Rekordmeister auf dem Nullpunkt.

"Wir müssen laufen, das haben wir in der ersten Halbzeit nicht getan. Deswegen haben wir heute eine Lehrstunde erteilt bekommen", kommentierte Bayern-Stürmer Mario Gomez die bittere Pleite beim Aufsteiger.

"Das ärgert mich immer noch"

Für Louis van Gaal war das 1:2 gegen den selbsternannten "Karnevalsverein" die erste Niederlage der Münchner unter seiner Regie. "Das ärgert mich immer noch. Das war das einzige Spiel, bei dem bei einigen Spielern der Einsatz und der Fokus nicht da waren. Das hat mich sehr enttäuscht", sagte der Bayern-Coach im Rückblick.

Am Samstag können es seine Mannen besser machen, wenn es in der Allianz Arena zur Revanche gegen die Mainzer kommt (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Nach acht Pflichtspielsiegen in Folge sieht van Gaal seine Mannschaft aktuell klar im Vorteil. Sie sei "in einer ganz anderen Verfassung. Alle haben sich gesteigert." Ein leichtes Spiel erwartet er dennoch nicht. Mainz habe "Mut und Laufbereitschaft. Sie sind stärker, als viele denken."

Statistik spricht für die Bayern

In München gab es für die Mainzer bisher allerdings noch nichts zu holen. Zuhause haben die Bayern gegen Mainz noch eine weiße Weste. Drei Mal trafen diese beiden Teams in der Bundesliga bisher in München aufeinander - immer verließen die Gastgeber den Platz als Sieger.

Van Gaal setzt gegen Mainz wieder auf seine zuletzt siegreiche Elf: "Wenn wir gewinnen und so spielen, habe ich keine Lust, etwas zu ändern." Heißt: Der wiedergenesene Franck Ribery wird nach seinem Bundesliga-Comeback in Bremen zunächst erneut auf der Bank Platz nehmen. Er soll als Joker stechen.

Tuchels ganz persönliches Erfolgsrezept

Mainz-Trainer Thomas Tuchel hofft vor der Partie, auf nicht allzu nachtragende, gnädige Bayern. "Ob die Bayern wohl eine Revanche wollen für die Hinrundenniederlage gegen uns? Keine Ahnung, aber wir wollten uns den Sieg damals nicht aufsparen und uns darauf verlassen, in der Rückrunde dann auswärts bei Bayern zu punkten. In der Liga ist der Gedanke der Revanche bestimmt nicht so präsent wie bei internationalen Spielen. Hoffe ich zumindest", scherzte Tuchel im Vorfeld der Partie.

"Zur Not müssen wir früh in Führung gehen und auf einen schnellen Abpfiff hoffen. So ein Führungstor in der sechsten Minute und der Abpfiff in der zwölften wäre schon optimal", so Tuchel weiter.

Sein ganz persönliches Erfolgsrezept gab der 36-Jährige dann auch noch preis: "Wir können ja vielleicht den Mannschaftsbus vor unserem Tor parken. Mit zwei Torhütern können wir ja leider nicht antreten."

Sven Becker