München - Dass alle Fußballer in der Bundesliga zwei Beine haben, ist eine Tatsache, die bei bloßer Betrachtung ins Auge sticht. Wenn man sich so manchen Profi aber einmal genauer betrachtet, besser gesagt sein Spiel, fällt auf, dass viele zwei Arten von Beinen haben: ein Spielbein und ein Standbein.

Welche dieser beiden Gliedmaße Szabolcs Huszti - übertrieben gesagt - lediglich davor bewahrt, nicht umzufallen, konnte man am Mittwochabend leicht erkennen. Gegen den 1. FC Nürnberg spurtete der Ungar in der 29. Minute fast über den gesamten rasen der AWD-Arena. Von halblinker Position zog er in den Strafraum und visierte das lange rechte Eck an.

Links statt rechts



Die meisten Spieler würden in dieser Situation auch mit dem rechten Fuß abschließen, nicht aber Huszti. Der 29-Jährige benutzt diesen zwar beim Fußballspielen, aber nur selten. Und erst recht nicht beim Torschuss. Also musst der Linke herhalten, was es für den Mittelfeldspieler zwar eindeutig schwieriger machte, am Ergebnis aber nichts änderte: Der Ball sauste an "Club"-Torwart Raphael Schäfer vorbei und schlug neben dem rechten Pfosten zum 2:0 für die Niedersachsen ein.

Ein toller Treffer, der gerade durch Husztis Einfüßigkeit besticht. Hätte Hannovers Topscorer (drei Tore, sieben Assists) seinen rechten Fuß gebraucht, wäre es ein Tor wie viele andere geworden. So ist es etwas Besonderes, nämlich das "Tor des 5. Spieltags". Bei der offiziellen Wahl erhielt Huszti unglaubliche 44,7 Prozent der Stimmen der bundesliga.de-User und sicherte sich somit bereits zum zweiten Mal in dieser Saison diese Auszeichnung.

Mit Präzision auf Rang 2



Was für Huszti der linke, ist für Jonathan Schmid der rechte Fuß. In der Partie gegen den SV Werder Bremen zeiget der Mittelfeldspieler des SC Freiburg, wie viel Gefühl er darin hat. Aus rund 25 Metern streichelte der Franzose das Leder in den linken Tor-Winkel und ließ Bremens Keeper Sebastian Mielitz keine Chance! So viel Präzision belohnten die User von bundesliga.de mit dem 2. Platz (27,56 Prozent der Stimmen).

Weniger Gefühl, mehr Gewalt - nach diesem Motto schweißte Rafael van der Vaart das Leder beim Gastspiel seines Hamburger SV in Mönchengladbach ins Netz der Borussia. Spitzer Winkel, knapp 20 Meter Torentfernung, Volleyschuss - sehenswert war der Treffer allemal, wie die Abstimmung beweist. Bei der erklomm der Niederländer mit 21,11 Prozent der User-Stimmen nämlich den letzten Podiumsplatz.

Slalomlauf und Direktabnahme



Hinter vdV's Gewaltschuss auf Platz 4 (3,98 Prozent) landete der Slalomlauf von Takashi Usami. Im Nachbarschaftsduell zwischen dem VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim markierte der Japaner bereits nach fünf Minuten mit einem tollen Sololauf um zwei Stuttgarter das 1:0 für die TSG.

Knapp hinter Usami (2,66 Prozent) rangiert Marco Reus auf dem 5. Rang. Der Dortmunder traf beim 3:3 der Borussia in Frankfurt mit einer sehenswerten Direktabnahme aus knapp 20 Meter Torentfernung zum zwischenzeitlichen 2:0 für den BVB.