Patrick Ebert war zwar der Mann des Abends, Kommentare wollte er aber keine abgeben.

1:0 bei 1899 Hoffenheim gewonnen, das entscheidende Tor für seine Hertha erzielt und eine sehr starke Leistung geboten. Dennoch gab es kein Gespräch mit den wartenden Journalisten.

"Ebert hat bravourös gekämpft"

Ebert will sich nach den Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen ausschließlich auf seine sportliche Leistung konzentrieren. Taten statt Worte lautet das Motto.

Und die Taten stimmen momentan, wie auch Hertha-Manager Dieter Hoeneß bestätigte: "Patrick Ebert weiß, dass er einiges gut zu machen hat und er ist auf dem besten Weg dazu. Er hat bravourös gekämpft."

Über Kampf ins Spiel gefunden

Und war damit ein Sinnbild für seine gesamte Berliner Mannschaft. Denn spielerisch ging bei der Hertha, die jetzt wieder alle Chancen im Kampf um den Titel hat, nicht sehr viel zusammen. Das wusste auch Hoeneß: "Das war nichts, das muss ich ehrlich sagen."

Eines ist aber auch klar: Gerade im Saisonfinale werden keine Schönheitspreise mehr vergeben. Das einzige, was zählt, sind Punkte. Und das scheint die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verinnerlicht zu haben. Wie schon über die gesamte Saison, von einer kleinen Krise abgesehen, spielten die Hauptstädter auch in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena enorm effektiv.

Schub für das Saisonfinale

"Es ist unglaublich. Die schießen in 90 Minuten einmal aufs Tor und gewinnen das Spiel", beklagte sich Hoffenheims Kapitän Selim Teber nach dem Spiel. In der Tat hatten die Berliner nur wenige zwingende Möglichkeiten, aber egal: Am Ende hatten sie das Spiel gewonnen.

Und fast noch wichtiger: Das Selbstvertrauen der Berliner ist zurück und das genau zum richtigen Zeitpunkt. "Der Sieg gibt uns einen Schub für die letzten fünf Spiele", wusste auch Hoeneß. Aber nicht nur der zurückgekehrte Glaube an sich selbst macht die Berliner wieder so erfolgreich. Die Mannschaft profitiert offensichtlich von einem ausgeprägten Teamgeist und dem festen Willen, am Ende der Saison wirklich ganz oben stehen zu können.

Starke Defensive

Hinzu kommt, dass die Defensive der "Alten Dame" zu den Besten der Liga gehört. Torwart Jaroslav Drobny zeigte gegen Hoffenheim eine erstklassige Leistung und auch seine Vorderleute Josip Simunic und Steve van Bergen agierten nahezu fehlerfrei. Wenn dann noch der zuletzt so starke Arne Friedrich zurückkehrt, ist das Defensiv-Glück perfekt.

Teamgeist, sichere Defensive und effiziente Chancenverwertung - die drei Faktoren für den Hertha-Erfolg in dieser Spielzeit. Jetzt wartet am nächsten Wochenende das schwere Auswärtsspiel beim Hamburger SV. Sollte auch das gewonnen werden, dann scheint für die Hertha wirklich alles möglich. Auch der Meistertitel.

Aus Sinsheim berichtet Jens Fischer