Köln - Nach neun Spieltagen stand der SC Freiburg als einziges Team der Bundesliga noch ohne Sieg da - auf dem 17. Tabellenplatz. Anschließend gewann das Team von Christian Streich gleich drei Spiele in Folge. Mittelfeldspieler Nicolas Höfler erklärt die Gründe für die Wende.

Der Tiefpunkt war nach dem 0:2 gegen Augsburg erreicht. Es war nicht nur das neunte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg, sondern auch "das schlechteste", sagt Höfler im Interview auf der Webseite des Clubs. Zuvor konnte der Sport-Club zwar auch keinen Dreier einfahren, hatte sich aber meist achtbar aus der Affäre gezogen. "Danach haben wir uns alle hinterfragt, was sich ändern muss, damit wir wieder dahin kommen, wo wir vorher schon waren."

Die Lösung: Tiefer stehen

Ein Lösungsansatz war die Konzentration auf die Defensive: "Man hat ja sicher gesehen, dass wir zuletzt etwas tiefer standen und es dem Gegner schwer gemacht haben, Lösungen nach vorne zu finden", so der 24-Jährige, der auch sinnbildlich für den jüngsten Aufschwung steht; war Höfler doch sowohl beim Pokalerfolg gegen den TSV 1860 München (5:2), als auch bei den beiden folgenden Siegen in der Bundesliga gegen den 1. FC Köln (1:0) und den FC Schalke 04 (2:0) 90 Minuten auf dem Platz.

"Dadurch haben sich für uns in der Offensive viele Räume zum Kontern ergeben und das haben wir, gerade gegen Schalke, sehr gut gemacht. Dann haben wir die Aufnahmelinie ein bisschen weiter nach vorne geschoben, um früher stören zu können. Für Schalke wurde es so schwieriger und wir konnten unsere Strategie besser umsetzen", fügt Höfler hinzu.

"Gewisse Zweifel kamen auf"

Auch wenn in Freiburg scheinbar immer eine Grund-Entspanntheit herrscht, nagte der Saisonstart ohne Erfolgserlebnis laut Höfler doch arg an der Mannschaft: "Wenn man lange nicht gewinnt, kommen manchmal gewisse Zweifel auf. Der Druck, endlich mal zu gewinnen, wird größer und diese Blockade mit dem ersten Sieg endlich zu brechen." Nach dem Sieg in Köln sei dann von jedem eine gewisse Last abgefallen.

Ein weiterer Punkt für den aktuellen Aufschwung sieht der defensive Mittelfeldspieler aber auch in der zunehmend besseren Fitness: "Wir hatten eine Phase, in der viele Spieler verletzt oder angeschlagen waren und nur bedingt trainiert haben. In der Länderspielpause haben wir dann ganz gut aufgeholt, was den Bereich Fitness betrifft. Man sieht auch an der Statistik, dass wir wieder unsere Laufleistung vom Beginn der Saison erreichen. So sind wir auch wieder in den Zweitkämpfen präsent und können bis zum Schluss marschieren."

Ob die aktuelle Länderspielpause den momentanen Lauf jetzt eher stört? Höfler sagt: "Sicher hätten wir gerne weitergespielt, aber so können wir ein bisschen durchpusten, um im Training Kraft für die nächsten Wochen zu tanken."

Karol Herrmann