Köln - Sascha Riether ist angekommen in Köln. Nach seiner Ankunft beim 1. FC Köln am Samstag fuhr er mit dem Team direkt ins Trainingslager nach Walchsee in Österreich. Beim Testspiel gegen Thun (2:2) absolvierte er noch am gleichen Tag seine ersten Spielminuten für den FC.

Entspannt saß Sascha Riether am ersten Tag des Trainingslagers der versammelten Presse gegenüber und schilderte seine ersten Eindrücke.

"Die Truppe hat mich richtig gut aufgenommen und es macht Spaß hier zu trainieren. Ich habe schon mit dem Trainer und Herrn Finke gesprochen. Die freuen sich, dass ich da bin und ich freue mich, dass ich für den 1. FC Köln spielen darf", erklärte der 28-Jährige am Tag nach seinem ersten Einsatz mit dem Geißbock auf der Brust. Beim 2:2 gegen den FC Thun am Samstagabend hat er bereits eine halbe Stunde gespielt.

"Eine neue Herausforderung"

Riether war Stammspieler bei den "Wölfen", feierte bereits im zweiten Jahr mit den Niedersachsen die Deutsche Meisterschaft. Er überzeugte durch Ballsicherheit, Schnelligkeit und durch gutes Verständnis im taktischen Bereich. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass der FC nicht der einzige Interessent war.

"Wenn plötzlich in den Medien steht, dass man nur noch ein Jahr Vertrag hat, dann ist klar, dass sich auch noch andere Vereine melden. Aber der FC war immer interessant für mich und ich bin froh, dass es jetzt endlich geklappt hat", sagte der gebürtige Schwarzwälder.

"Mit Geld nicht zu bezahlen"

Er hatte gute Gründe, warum er am Ende den FC allen anderen vorzog, vor allem die guten Gespräche mit seinem ehemaligen Trainer Volker Finke, der ihn als 19-Jährigen zu den Freiburger Profis holte.

"Wir haben ein gutes Verhältnis. Der Kontakt zu ihm ist nie abgebrochen", erzählt Riether. Am Ende war es das Gesamtpaket, das ihn nach Köln lockte: "Der 1. FC Köln war für mich immer ein interessanter Verein, mit dem Stadion und den Fans. Wir wollen mit dem FC etwas starten und ich bin froh ein Teil davon zu sein. Ich möchte alles dafür geben, dass es mit dem FC bergauf geht."

Riether verliert nicht so schnell die Bodenhaftung und setzt klare Prioritäten. "Geld ist einfach nicht alles im Leben. Vom ganzen Drumherum, von der ganzen Euphorie nehme ich einiges mit und das ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Das nimmt mir keiner mehr und diese Erfahrung ist mit Geld nicht zu bezahlen", kommentierte er die Vermutung eines Journalisten, dass bei anderen Vereinen womöglich bessere Verdienstchancen bestanden hätten.

Eine richtig gute Mischung

Riether fühlt sich schon nach dem ersten Training wohl bei seiner neuen Mannschaft und dem Trainerteam um Stale Solbakken. "Er findet eine richtig gute Mischung zwischen Autorität, also dass alle Spieler Respekt haben und auf ihn hören, und auf der anderen Seite die Lockerheit, die er besitzt. Er redet viel mit den Spielern. Er hat eine Philosophie, die zieht er voll durch. Er möchte einfach Fußball spielen und das ist auch ein wichtiges Argument für mich."

Auf welcher Position Riether spielen wird, im defensiven Mittelfeld oder als rechter Außenverteidiger, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass der 28-Jährige in jedem Fall Verantwortung übernehmen will: "Ich war auch in Wolfsburg immer ein Spieler, der viel Verantwortung übernommen hat, der viel geredet hat. Das soll ich auch in Köln machen, das fordert der Trainer von mir. In der Zentrale ist es ganz normal, dass man mehr im Spielgeschehen ist, da kann man mehr dirigieren. Aber auch wenn ich rechts spiele, werde ich das machen."

Gelassen sieht er der Entscheidung des Trainers entgegen. "Bis auf Torwart und Stürmer habe ich schon alles gespielt", scherzte er.

Ein gutes Pflaster

Riether bringt viel Erfahrung mit, nicht nur aus seiner Zeit bei Freiburg und Wolfsburg, sondern auch als Nationalspieler. Er hat alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen, war Kapitän der U21. Beim Freundschaftsspiel gegen Dänemark im August 2010 lief er erstmals für die A-Nationalmannschaft auf und stand nur einen Monat später beim EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan (6:1) über 90 Minuten als Rechtsverteidiger auf dem Platz - im RheinEnergieStadion.

Jetzt kann er zeigen, dass Köln ein gutes Pflaster für ihn ist. "Erst mal möchte ich mich hier richtig wohlfühlen, mich heimisch fühlen in Köln. Ich will mich so schnell wie möglich eingliedern", sagte Riether: "Ich glaube, mit der Mannschaft ist einiges möglich, dass wir mit den unteren Plätzen nichts zu tun haben und uns im Mittelfeld der Tabelle wiederfinden. Und wer weiß, vielleicht in einem guten Jahr, wenn alles klappt, wenn die Mechanismen greifen, warum soll man dann nicht mal einen Ausreißer starten nach oben."