Borussia Mönchengladbach steht trotz der Niederlage gegen den VfL Bochum am 25. Spieltag in der Rückrundentabelle mit einem positiven Torverhältnis auf Platz 7, gleich hinter dem FC Bayern. Die Abwehr steht besser als noch in der Hinrunde, und im Mittelfeld wirbeln Marko Marin und Alexander Baumjohann immer effektiver. Zusammen haben die beiden sieben Tore geschossen und 15 Vorlagen gegeben.

Mit dem 0:1 gegen Bochum hatte deshalb niemand gerechnet. Irgendwie passt es nicht ins aktuelle Bild von Borussia Mönchengladbach. Am vergangenen Freitag hatten die "Fohlen" ihr Heimspiel verloren - ausgerechnet gegen den VfL Bochum, einen Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg.

Trainer Hans Meyer findet, dass die Mannschaft auch gegen Bochum gut gespielt hat. "In den ersten 25 Minuten haben wir gezeigt, dass wir in den letzten Wochen Selbstvertrauen getankt haben. Aber nach dem Tor herrschte totales Chaos. Nach der Pause haben wir über weite Strecken ein gutes Spiel gezeigt."

Nervenstärke beim Derby

Und auch Sportdirektor Max Eberl glaubt weiter an das Team: "Wir haben bis zum Schluss gezeigt, dass die Moral intakt ist. Ich bin vom Ergebnis her enttäuscht, aber nicht von der Art und Weise, wie wir gespielt haben."

Gegen Bochum klappte es nicht mit einem Tor, und das ausgerechnet nach einem torreichen Auftritt im Derby gegen beim 1. FC Köln, das Gladbach mit 4:2 gewonnen hatte. Die junge Mannschaft zeigte in diesem hitzigen Duell Nervenstärke, eine Eigenschaft, die im Abstiegskampf besonders gefragt ist.

Die Gladbacher Talentschmiede funktioniert

Besonders gilt das für Marin und Baumjohann. Marin ist gerade 20 Jahre alt geworden, Baumjohann ist 22, und vor allem bei Letzterem war nicht unbedingt zu erwarten, dass er im Abstiegskampf Verantwortung übernehmen kann.

Doch die beiden Quirlgeister bringen regelmäßig erfahrene Defensivspieler an den Rand der Verzweiflung und sind die größten Hoffnungsträger für den Verein, die Klasse halten zu können. Wo immer die Borussia in der kommenden Saison spielen wird - Baumjohann wird auf jeden Fall nicht mehr dabei sein. Er hat bereits einen Dreijahresvertrag beim FC Bayern unterschrieben.

Wichtiges Auswärtsspiel in Karlsruhe

Trainer Hans Meyer ist 24 Jahre älter als Marin und Baumjohann zusammen, und natürlich auch viel abstiegserprobter. Mit all seiner Erfahrung sieht er die Mannschaft auf einem guten Weg, und es ist möglich, dass er auch diesmal wieder als erfolgreicher Retter fungieren wird. Er hatte die Mannschaft nach dem 8. Spieltag übernommen - just nach dem Hinspiel gegen Bochum.

Was folgte, war ein knapper 1:0-Sieg gegen den Karlsruher SC - und den könnten die "Fohlen" auch diesmal gut gebrauchen, um nun auch den Relegationsplatz zu verlassen. Dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, beweist der Trainingsbetrieb in dieser Woche: In Mönchengladbach ist sehr wenig los. Elf Gladbacher Profis sind nämlich Nationalspieler - und zu Länderspielen aufgebrochen.