Mönchengladbach - Am Freitag vermeldete Borussia Mönchengladbach einen Neuzugang, der wegen der Nachwehen von Marco Reus' Wechsel zum BVB etwas unterging. Dennoch lohnt es sich, das neue "Fohlen" Alexander Ring genauer unter die Lupe zu nehmen.

Denn mit dem 20-jährigen Deutsch-Finnen bekommt die Borussia ein Talent, auf das mehrere Bundesligaclubs scharf waren. Dass für Ring jedoch nur die Gladbacher in Frage kamen, dafür sorgte ausgerechnet sein Mannschaftskollege in der finnischen Nationalelf, der rund um den Borussia-Park alles andere als ein Unbekannter ist: Mikael Forssell. Der Stürmer hatte die "Fohlen" in der Rückrunde der Saison 2002/03 quasi im Alleingang vor dem Abstieg gerettet und offenbar noch beste Erinnerung an seine kurze Zeit am Niederrhein.

"Er hat mir nur Positives erzählt"

"Er hat mir nur Positives über die Borussia erzählt, wenn wir mit der Nationalmannschaft zusammen auf dem Zimmer waren", erzählt Ring auf der Website des VfL. Forssell als "Fohlen-Flüsterer" - ein Trumpf für die Gladbacher im Kampf um den begehrten Mittelfeldspieler.

Ring hat trotz seines jungen Alters bereits Erfahrungen auf internationalem Parkett gesammelt und dabei die Verantwortlichen der Borussia überzeugt. "Ich habe ihn in den Spielen von Helsinki gegen Schalke gesehen und gedacht: Der hat was", zeigt sich Cheftrainer Lucien Favre beeindruckt. Im Hinspiel der Europa-League-Partie gegen die "Knappen" mischte Ring zusammen mit Teemo Pukki die Schalker Hintermannschaft auf und führte sein Team zum 2:0-Sieg. Eine Woche später musste sich HJK Helsinki allerdings 1:6 geschlagen geben und schied aus.

Auf Pukkis Spuren nach Hause

Dass Ring seinem damaligen Mannschaftskollegen, den sich Schalke kurz nach dessen Gala-Auftritt sicherte, schnell nach Deutschland folgen würde, stand für ihn früh fest. "Von meinen Anlagen bin ich eher ein Deutscher. Ich habe meine Kindheit hier verbracht und meine Freunde kommen alle aus Deutschland. Ich freue mich einfach, sozusagen wieder zuhause zu sein", sagt Ring.

Im Gegensatz zu Pukki liegen die Stärken des Neu-Gladbachers aber eher im hinteren Bereich des Spielfelds. "Ich spiele am liebsten im defensiven Mittelfeld - das past am besten zu meinen Anlagen", gibt er zu Protokoll. Dass das Toreschießen für ihn kein Fremdwort ist, hat Ring jedoch bereits bewiesen: In vier Spielen der Champions-League-Qualifikation traf der Youngster immerhin zwei Mal in den gegnerischen Kasten und gab zwei Torvorlagen.

"Ein Spieler, der uns bereichert"

"Ich bin schnell, aggressiv und kann ganz gut mit dem Ball umgehen", beschreibt Ring seine Vorzüge. Dass er mit 1,73 Meter kein Kopfballungeheuer ist, dürfte auf dieser Position nicht besonders ins Gewicht fallen.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hat die Entwicklung des Finnen schon länger im Auge: "Wir kennen Alexander schon etwas länger. Ich war ja früher Jugenddirektor in Mönchengladbach, da war er mir schon als Jugendspieler bei Bayer Leverkusen aufgefallen. Natürlich haben wir die letzten Jahre von ihm sehr intensiv verfolgt. Er ist ein Spieler, der uns bereichert."

Ring selbst gibt sich durchaus selbstbewusst, was den Kampf um einen Stammplatz angeht: "Wenn ich mir Ziele setze, dann werde ich die auch erreichen." Und spätestens wenn der 20-Jährige in die Fußstapfen des abwanderungswilligen Roman Neustädter tritt, werden die Borussen ihrem Ex-Star Forssell bestimmt eine Dankeskarte für die freundliche Weiterempfehlung schicken.

Johannes Fischer

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