Hoffenheim - Die TSG 1899 Hoffenheim kommt über ein 2:2 gegen den FC St. Pauli nicht hinaus und tut sich schwer, Positives zu finden. Einzig der späte Ausgleich gibt Zuversicht. "Das Positive ist, dass wir den Punkt gemacht haben, in einer Phase, in der wir normalerweise Punkte verlieren", resümierte Ernst Tanner, der Manager der Hoffenheimer. David Alaba gelang in der 90. Minute der Ausgleich, der Schuss der Leihgabe des FC Bayern München wurde noch abgefälscht.

Ein Tor zu erzielen, das spät Punkte sichert, ist für die Hoffenheimer ungewöhnlich, da sie in der Vorrunde oft ein spätes Gegentor beklagen mussten, dass sie Zähler gekostet hat. Spät noch einen Punkt gerettet zu haben, war tatsächlich das einzig Schmeichelhafte, was sich über den Auftritt der Badener berichten lässt. Nach einer passablen ersten Halbzeit, in der Marvin Compper die Hoffenheimer in Führung gebracht hatte (29.), durften die 1899-Profis in Halbzeit zwei froh sein, bis zur 90. Minute nur zwei Gegentreffer kassiert zu haben (Kruse 51., Asamoah 81.)

Defizite in der Offensive

"Unser Ziel war es, drei Punkte einzufahren. Am Ende sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", analysierte Kapitän Andreas Beck. Enttäuscht vom Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit bei seinem Heimdebüt zeigte sich auch Trainer Marco Pezzaiuoli: "Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der zweiten Hälfte hat man nichts mehr von dem gesehen, was wir uns vorgenommen haben", konstatierte der 42-Jährige und erkannte Defizite in der Offensive.

Man dürfe aber nicht vergessen, so Pezzaiuoli, dass die Mannschaft in Christian Eichner, Demba Ba und Luiz Gustavo in der Winterpause drei Leistungsträger verloren habe und Obasi noch lange verletzt fehlen werde. Unter Pezzaiuolis Vorgänger Ralf Rangnick kam Eichner, der mittlerweile beim 1. FC Köln spielt, indes kaum mehr zum Einsatz.

Richtung weisende Wochen für 1899

Seine Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit die Ordnung im Mittelfeld verloren, beklagte Pezzaiuoli. "Vielleicht spielten wir nach der Führung zu selbstgefällig", meinte Beck: "Wir haben zu viele Bälle verloren und dann die Ordnung. St. Pauli wurde stärker und wir schwächer." Beck ärgerte, dass die Mannschaft aus viel Ballbesitz zu wenige Torchancen herausgespielt habe: "Aber man hat den Willen der Mannschaft gesehen, alles zu geben", sagte er.

Die TSG steht vor Richtung weisenden Wochen in der Bundesliga. Am kommenden Wochenende müssen die Badener beim FC Schalke antreten, danach kommt der 1. FC Kaiserslautern nach Sinsheim und dann geht es zum FC Bayern München. "In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin es für uns geht", sagte Beck.

Doch vor diesen schweren Prüfungen im Ligabetrieb steht am Mittwoch (26. Januar) noch das DFB-Pokal-Viertelfinale bei Energie Cottbus an. Der Einzug ins Halbfinale ist für die Hoffenheimer von enormer Bedeutung, bestünde dadurch weiterhin doch noch die Chance auf den Einzug ins internationale Geschäft. Manager Ernst Tanner ist optimistisch: "Im Pokal ist die Mannschaft bisher immer sehr konzentriert aufgetreten."

Tobias Schächter