Der VfL Bochum hat seine Erfolgsserie auf nunmehr acht Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Im heimischen rewirpowerSTADION musste sich die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich am letzten Spieltag jedoch mit einem 0:0-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg begnügen.

In der Tabelle hat der Verein aus dem Ruhrgebiet neun Punkte auf den Relegationsplatz. "Wir machen Schritt für Schritt", zeigte sich VfL-Manager Thomas Ernst mit dem Punktgewinn zufrieden. Dem stimmte auch Trainer Heiko Herrlich zu: "Sicher war die Partie kein Leckerbissen, aber man darf nicht vergessen, wo wir herkommen - nämlich vom 17. Platz. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen."

Mit Heiko Herrlich in die Erfolgsspur

Heiko Herrlich ist endgültig in Bochum angekommen und könnte demnächst sogar zum punktbesten Trainer in der Bundesliga-Geschichte des VfL avancieren. Mit 1,36 Punkten im Schnitt belegt der ehemalige DFB-Coach Rang 2 hinter dem 1992 verstorbenen Hermann Eppenhoff (1,41).

Schon bei seiner Vorstellung Ende Oktober 2009 als Nachfolger des Schweizers Marcel Koller hatte der Fußballlehrer angekündigt: "Es ist wichtig, die einfachen Dinge gut zu machen." Positive Ansätze bescheinigte der 38-Jährige dem VfL vor etwas mehr als vier Monaten, aber er sah auch Einiges, das er verändern wollte. Der Erfolg gibt dem ehemaligen Nationalstürmer Recht.

Zweikampf und Chancenverwertung verbessert

In der Rückrunden-Tabelle belegt Bochum gar den 5. Platz. In fast jeder Statistik hat sich der Revierverein verbessert. Vor allem auswärts sind die Bochumer stark. In der Fremde holte der VfL mehr Punkte (15) als im heimischen rewirpowerSTADION (zwölf). Auch bei Standards sind die "Blau-Weißen" wieder gefährlich. In dieser Saison verwandelte Christian Fuchs drei Freistöße direkt, nur die Bayern (vier) waren bisher erfolgreicher.

Und: Die Stürmer treffen wieder. Die letzten sieben Treffer wurden alle von Stanislav Sestak, Zlatko Dedic und Vahid Hashemian erzielt. Unter Herrlich traf der VfL im Schnitt pro Partie zwar nicht häufiger als unter seinen Vorgängern Marcel Koller und Interimstrainer Frank Heinemann, aber in Sachen Schussgenauigkeit und Chancenverwertung sind deutliche Steigerungen erkennbar.

Jetzt gegen Wolfsburg

So finden mittlerweile 14,9 Prozent der Schüsse ihren Weg ins Tor (vorher 12,8 Prozent). Der VfL bewegt sich souveräner in der gegnerischen Hälfte, fast 60 Prozent der Anspiele finden einen Abnehmer (plus 13 Prozent). Auch im Spiel Mann gegen Mann zeigt sich Herrlichs Handschrift. Knapp 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe bedeuten eine Steigerung von beinahe zehn Prozent im Vergleich zur Ära Koller/Heinemann.

Trotzdem sieht Heiko Herrlich immer noch Verbesserungsbedarf. "Wir müssen nach wie vor an unserer Ballsicherheit arbeiten", fordert der Coach in Hinblick auf das nächste Spiel beim amtierenden Meister Wolfsburg. Die Bilanz gegen die "Wölfe" ist mit acht Siegen und acht Niederlagen ausgeglichen. Auswärts konnten die Bochumer allerdings erst zwei "Dreier" einfahren, zuletzt in der Saison 2007/08, als ein Last-Minute-Tor von Stanislav Sestak das Spiel entschied.

Aus Bochum berichtet Vera Schmidt