Die meisten Zuschauer kommen mit dem Auto oder nehmen Bahn und Bus zu den Bundesliga-Stadien. In Bremen können die Fans die Heimspiele Werders sogar mit dem Schiff ansteuern.

Der neue Bootsanleger an der Westtribüne des Weser-Stadions wurde am 8. November vor der Partie gegen Borussia Dortmund eingeweiht und in Betrieb genommen.

"Ein Traum in Erfüllung"

"Damit geht ein Traum in Erfüllung. Wir haben oft am Fenster gestanden, auf die Weser geschaut und darüber gesprochen, dass man diese Möglichkeit viel besser nutzen müsste. Jetzt ist es soweit und es ist richtig schön. Ich habe mir gleich mal einen Fahrplan gesichert und hoffe, dass unsere Zuschauer meine Begeisterung teilen und das Angebot auch annehmen", schwärmte Werders Vorsitzender der Geschäftsführung Klaus Allofs bei seiner ersten Fahrt an Bord.

Die Begeisterung ist wie erhofft sofort auf die Bremer Fans übergeschwappt. Zum Dortmund-Heimspiel war die "Oceana", das mit 700 Plätzen größte Fährschiff der Reederei "Hal`över", schon gut gefüllt - obwohl das Angebot erst zwei Tage zuvor in den Zeitungen beworben wurde. Sogar Fans des BVB waren an Bord zu sehen.

4.000 Anhänger pro Spieltag möglich

"Das passt einfach zu unserem maritimen Club. Schauen Sie sich uns an, kein Geschubse, kein Gedränge, dafür eine super Aussicht, eine gemütliche Bootstour. Ist doch klar, dass wir uns dafür entscheiden", hatte sich Werder-Anhänger Sven Sohn (24) schnell für die neue Art anzureisen begeistert.

Bis zu 4.000 Anhänger pro Spieltag können den idyllischen, staufreien Wasserweg zum Weser-Stadion nehmen. Jeder zehnte Zuschauer könnte dann dort mit einem der sechs eingesetzten Schiffe anlegen und direkt vom Weser-Strand, nur 250 Meter Luftlinie zum Mittelkreis entfernt, auf seinen Platz pilgern. Zusteigen kann man ganz einfach am Martini-Anleger in der Bremer Innenstadt, am Einkaufszentrum Waterfront am Hafen (Pier 2) und in Vegesack. Von Vegesack brauchen die Schiffe etwa 75 Minuten.

"Das ist ein Alleinstellungsmerkmal"

Werders Geschäftsführer Manfred Müller freut sich über den außergewöhnlichen Fan-Transport. "Dieses Projekt passt einfach zu uns. Wir haben dieses Stadion mitten in der Stadt. Bei uns kann man zu Fuß kommen, mit dem Rad oder jetzt auch mit dem Schiff hinfahren. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Bremen allen Fußballfans anbieten kann, das woanders nicht besteht."

Bei der Finanzierung des Projekts wurden aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung 290.000 Euro investiert. Die Umsetzung erfolgte blitzschnell. Die Planungsphase für das Projekt dauerte nur drei Monate, fünf Wochen die bauliche Umsetzung, durch eine Bremer Firma.

Begeistertes Echo

Keine Frage, mit der Idee der Schiffsanreise hat Werder einen Volltreffer gelandet. Das Echo der "Jungfern-Fahrer" war durchweg positiv und klang etwa so, wie es Uwe Szaukellis (53) und Michael Matz (56) beschrieben:

"Wir sind sozusagen die Vorhut für eine ganze Clique. Wir sollen mal ausprobieren, ob das eine Reise wert ist. Das ist ein Angebot für regelmäßige Touren, einfach eine Top-Idee. Besser kann man nicht ins Weser-Stadion kommen."