"Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein..." - frei nach dem WM-Song der "Sportfreunde Stiller" will Borussia Dortmund am Samstag im ausverkauften Signal Iduna Park dem FC Bayern München entgegentreten.

"Wir werden uns nicht am eigenen Sechzehner verrammeln", kündigt Jürgen Klopp an. "Die Bayern machen alles gerne, nur nicht verteidigen", weiß Patrick Owomoyela.

Offensive der Bayern ist "weltklasse"

Gesucht ist die richtige Mischung aus Mut und Übermut. "In der Offensive stehen die Bayern auf einer Stufe mit Real Madrid", sagt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Duell mit dem Rekordmeister: "Das ist Weltklasse. Trotzdem wird es für sie kein Selbstläufer. Wir haben 80.000 Fans im Rücken und werden mit brutaler Leidenschaft versuchen, die Sensation zu schaffen."

Seit Tagen bastelt Jürgen Klopp an der richtigen Strategie. Dass das Gros der Mannschaft erst seit Donnerstag von den Länderspielen zurück ist, findet der Coach nicht gerade hilfreich, aber es wird auch nicht spielentscheidend sein: "Die Bayern hatten das gleiche Problem."

Dass noch nicht klar ist, wer im 4-3-3 des Gegners von Beginn an aufläuft - Ribery und Robben, oder vielleicht doch erst die "zweite Garde" mit den nicht zu unterschätzenden Olic und Müller -, macht die Planspiele für den Dortmunder Trainerstab "nicht wahnsinnig viel einfacher".

Räume eng machen

Von den Qualitäten eines Arjen Robben konnten sich die BVB-Fans vor gut drei Wochen persönlich überzeugen. Damals noch als Mitglied des Starensembles von Real Madrid schoss der Holländer ein Traumtor, als er eine Direktabnahme mit gefühlten 1.000 km/h ins Tor jagte und die Stadion-Crew anschließend drei Tage lang damit beschäftigt war, das Tornetz zu reparieren.

"Wir dürfen ihnen nicht so viele Räume anbieten", sagt Jürgen Klopp über die Münchner Offensivspieler, "und wir dürfen die Verantwortung nicht auf unsere Außenverteidiger abwälzen." Möglichst schon in der Entwicklung sollen die Anspiele auf die pfeilschnellen und technisch starken Außen unterbunden, zumindest gestört werden.

Klopp kämpferisch

Jakub "Kuba" Blaszczykowski und Nuri Sahin werden mehr denn je in der Defensive gefordert sein, um die eigenen Außenverteidiger zu unterstützen, aber auch um Altintop und Schweinsteiger zu folgen, die sich gerne in der gegnerischen Hälfte aufhalten. "Wir werden uns mit allem wehren, was uns zur Verfügung steht", verspricht Klopp, dazu gehören "viel taktische Disziplin, leidenschaftlich geführte Zweikämpfe und konsequentes Verschieben".

Dede gegen Robben - Owomoyela gegen Ribery. Und im Zentrum Santana und/oder Subotic gegen Gomez. So könnten die direkten Duelle aussehen. "Meine Hauptaufgabe ist es, erst einmal gut zu stehen", sagt Dede.

Oder blufft der offensivstärkste Außenverteidiger der Saison 2007/2008? Wie sagte doch Owomoyela: "Wir müssen nach vorne spielen. Die Bayern machen alles gerne, nur nicht verteidigen." Das sind Gedanken ganz im Sinne des Trainers. "Wenn's nach mir geht, wird das eine Vollgasveranstaltung. Alles, was wir nach vorne hin machen, entlastet die Defensive."