Ohne ihn geht es kaum. Markus Breuer fährt den Mannschaftsbus von Borussia Mönchengladbach und er ist Zeugwart beim fünfmaligen Deutschen Meister. Eine Doppelfunktion, die ihn natürlich auch im Trainingslager in Saalfelden ausfüllt.

Etwa anderthalb Tage vor Abfahrt ins Trainingslager beginnt für Breuer die Planung und das Packen. Nur anderthalb, denn der ehemalige Amateur-Torhüter ist ein "alter Hase” in seinem Job. "Ich mache das jetzt hier im 16. Jahr bei Borussia. Nach Uwe Kamps müsste ich inzwischen am längsten im Verein sein”, lacht Breuer.

Dass kann Max Eberl nur bestätigen. "Der Markus ist schon lange dabei und einer unserer Dienstältesten. Er ist mit dafür verantwortlich, dass alles rund um die Mannschaft so gut läuft", erklärt der Sportdirektor der Borussia.

Kleider machen Spieler

Zehn große Alukisten sind allein mit Trainings- und Spielwäsche zu füllen. Für jeden der 27 Spieler hat Breuer vier sechsteilige Trainingssätze eingepackt: Jacke, T-Shirt, Hose, Unterziehhose, Short und Stutzen. Plus drei Regenjacken pro Spieler.

Die Spielwäsche besteht aus Trainingsjacke, T-Shirt und dem Trikotsatz. Das Ganze gibt es je zwei Mal in Weiß und zwei Mal in Grün. Das Waschen übernimmt zu Hause in Mönchengladbach eine Wäscherei, in Saalfelden erledigt das Hotel Gut Brandlhof die Wäsche.

Ein Kleinbus voller Utensilien

"Ich bin mit den Kisten im Bus schon vorgefahren und habe die Mannschaft mit dem Bus am Flughafen Salzburg abgeholt. Weil der Bus nur 29 Sitzplätze hat, haben wir zusätzlich noch zwei Kleinbusse dabei, denn außer der Wäsche haben wir ja noch viel mehr Material mitgenommen”, sagt Breuer.

Zum Beispiel die Schuhe, um die sich Rolf Hülswitt kümmert. Jedem Spieler stehen zwei Paar Nocken-, zwei Paar Stollen- und ein Paar Laufschuhe zur Verfügung. Zum weiteren Gepäck zählen Hürden, Hütchen, Medizinbälle, Gymnastikmatten, eine mobile Freistoßmauer oder Slalomstangen sowie kleine Souvenirs für die Fans in Saalfelden. Die Ausrüstung der medizinischen Abteilung und der Physios füllt fast allein einen der Kleinbusse.

Die Zuverlässigkeit in Person

In Saalfelden legt Breuer in seinem Materialraum mehrmals täglich die Ausrüstung für die Spieler bereit: "Nach dem Frühstück holen sich die Spieler die Trainingswäsche zum ersten Mal ab, nach dem Mittag zum zweiten Mal. Ich lege die neue Wäsche dann schon immer wieder neu hin. Manchmal brauchen Spieler auch noch Extra-Wäsche, wenn sie zum Beispiel noch in den Kraftraum gehen.”

Vergessen hat Breuer selbst in 16 Jahren noch nichts - "jedenfalls nichts Gravierendes. Ich führe immer Listen und hake ab, was ich eingepackt habe. Trotzdem ist man bei Auswärtsfahrten immer ein bisschen nervös: man könnte ja doch irgendwas vergessen haben.”

Aus Saalfelden berichtet Stefan Kusche