Viktor Skripnik hadert nicht mit der Niederlage gegen Wolfsburg, sondern will seinen Weg weitergehen
Viktor Skripnik hadert nicht mit der Niederlage gegen Wolfsburg, sondern will seinen Weg weitergehen
Bundesliga

Mit Allofs-Philosophie zurück nach oben

Bremen - "Es fühlt sich nicht nicht gut an", reagiert Zlatko Junuzovic auf die Frage von bundesliga.de was nach der ersten Niederlage nach sechs Spielen in ihm vorgehe. "Wir hatten die große Chance auf eine Sensation und haben in sieben, acht Minuten alles verspielt."

"Noch nie erlebt"

Dreimal hat Werder im Nord-Derby gegen den VfL Wolfsburg vorgelegt (Spielbericht). Den Führungstreffer durch Junuzovic aus der 9. Minute egalisiert Daniel Caligiuri nur 78 Sekunden später, und die nächste Führung durch Franco Di Santo nach 16 Minuten kann Werder nur wenige Sekunden länger verteidigen bis Maximilian Arnold der erneute Ausgleich gelingt. Die erneute Führung durch Felix Kroos aus der 29. Minute bringt Werder dann in die Pause.

Aber nur drei Minuten nach Wiederanpfiff beginnen die von Junuzovic angesprochenen "sieben, acht Minuten". Zweimal Bas Dost sowie Caligiuri mit seinem zweiten Treffer zum 5:3-Endstand versetzen Werder den frühzeitigen K.o.

"So etwas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt", kann sich der 27-Jährige nicht an ein vergleichbares Spiel erinnern. Das 3:5 des Zweiten der Rückrundentabelle gegen den Ersten ist die der ersten Heimniederlage unter Viktor Skripnik. Dennoch feiern die Werder-Anhänger ihre Idole noch Minuten nach Abpfiff durch Schiedsrichter Marco Fritz. "Die Fans honorieren die Leistung", freut sich Junuzovic.

DFB-Pokal - "Wir sind Favorit"

"Ich freue mich für Werder", zeigt der 32-Jährige Verbundenheit mit seinem Ex-Klub. "Ich habe mir die Spiele Spiele gegen Leverkusen und auf Schalke (Spielbericht) angesehen. Da haben sie, wie gegen uns heute in der ersten Halbzeit, überragend gespielt. Ich bin sicher, Werder hat mit dem Abstieg nichts zu tun."

Auch Allofs ist "natürlich" erfreut darüber, "dass es bei Werder aufwärts geht". Der Ex-Sportdirektor, der wie Naldo ebenfalls in der Autostadt gelandet ist, wollte zwar zu den aktuellen Werder-Spielern keinen Kommentar abgeben, freut sich aber über die "tolle Stimmung im Stadion" und sieht damit auch einen Beweis seiner erfolgreichen Arbeit in Bremen. "Dafür haben wir das Stadion schließlich gebaut."

Und bei Auftritten der Gastgeber in der 42.000-Zuschauer-Arena erinnert viel an die erfolgreiche Zeit unter Allofs, in der 2004 zum Beispiel das Double in die Hansestadt geholt wurde. Top-Scorer Junuzovic (fünf Tore, zehn Vorlagen) und Top-Torschütze Di Santo (elf Treffer) lassen bei Werder-Fans Erinnerungen an Diego und Klose wachwerden, und der im Winter aus Hoffenheim in den Norden gelotste Jannik Vestergaard deutet nach nur kurzer Zeit an der Weser an, in eine Führungsrolle schlüpfen zu können wie sie der jetzige Co-Trainer Torsten Frings oder Kapitän Clemens Fritz einnahmen.

Dazu setzt sich auch auf der Trainerbank ein alte Werder-Tradition fort. Mit Skripnik zurück in die Zukunft. Im Falle des Ex-Werder-Profi träumen Fans schon von einer ähnlichen Verweildauer wie sie Otto Rehhagel und dessen Schützling Tomas Schaaf hatten. Beide zeichneten über 14 Jahre lang für die Profis verantwortlich.

Aber das Spekulieren darüber überlässt Skripnik anderen. "ich denke von Spiel zu Spiel. Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf Bielefeld (am Mittwoch Gegner im DFB-Pokal; die Red.). Die sind Tabellenführer in der 3. Liga. Das wird eine ganz schwere Kiste", so der 45-Jährige.

"Aber wir sind Favorit", stellt Skripnik klar und fordert beim sechsmaligen Pokalsieger den Einzug ins Viertelfinale. Alles andere würde sich nicht nur für Junuzovic nicht gut anfühlen.

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs