Mario Gomez wusste vor lauter Freude nicht mehr, wo er war. "Dass ich in Abu Dhabi endlich mal wieder getroffen habe, ist toll", sagte der 23-Jährige nach seinem "Viererpack" beim 7:2 (4:0) gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, der dem Noch-Stuttgarter allerdings im 150 Kilometer entfernten Dubai gelungen war.

Als Gomez nach seinem Kunststück, das von den aktuellen Nationalspielern bislang nur Kapitän Michael Ballack 2004 beim 7:0 gegen Malta und Lukas Podolski 2006 beim 13:0 in San Marino geschafft hatten, mit weißer Baseball-Kappe als Letzter aus der Kabine kam, wirkte er wie befreit. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Das war kein starker Gegner, aber ich bin froh, dass der Fluch jetzt vorbei ist", sagte der 23-Jährige.

Leidenszeit beendet

Nach 15 Spielen und 829 Minuten ohne Erfolgerlebnis hatte Gomez zuvor seine Torflaute in der DFB-Auswahl mit dem 2:0 in der 35. Minute beendet, das Lukas Podolski mustergültig vorbereitet hatte. "Ich habe mich anschließend direkt bei Lukas bedankt", berichtete der Torjäger, der zuvor letztmals am 26. März 2008 beim 4:0 in der Schweiz im Nationaltrikot erfolgreich gewesen war, damals mit einem "Doppelpack".

Trotz der langen Leidenszeit habe er aber immer an sich geglaubt. "Das war zwar keine einfache Situation, aber ich war nie verzweifelt. Zum Glück habe ich in der Liga immer getroffen. Ich wusste also, dass ich es kann", sagte Gomez nach seinen Länderspieltreffern sieben bis zehn (35., 45.+2, 48., 90.+2) in seinem 25. Einsatz in der Nationalmannschaft.

Zum Scherzen aufgelegt

Dass er aber nicht noch einmal solch eine Torflaute in der DFB-Auswahl erlebten möchte, machte er scherzhaft deutlich: "Schön war auch, dass ich in der 92. Minute noch ein Tor gemacht habe, sonst hätte ich seit mehr als 44 Minuten wieder nicht getroffen."

Nicht nur der vierfache Torschütze, auch Joachim Löw war erleichtert. "Ich bin froh, dass er die Handbremse gelöst hat. Am Anfang hatte er einige Chancen vertan, aber nach dem ersten Tor war die Sicherheit wieder da. Er wirkte befreit. Das ist gut für ihn und uns, dass nicht mehr die Minuten gezählt werden", kommentierte der Bundestrainer den Auftritt des Deutsch-Spaniers und fügte mit Blick auf dessen neue Herausforderung bei Bayern München an: "Dass er seine Torflaute beendet hat, ist ein guter Start für die Saison 2009/2010."

"Es ist keine Selbstverständlichkeit"

Gomez bedankte sich seinerseits für das Vertrauen des Bundestrainers: "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man eine solche Rückendeckung hat, wenn man so lange nicht trifft."

Löw hatte aber schon vor dem letzten Saisonspiel erklärt, dass er von den Qualitäten des wuchtigen Angreifers, der in der Liga für den VfB immerhin 24 Saisontore plus neun Treffer im UEFA-Cup und drei im DFB-Pokal erzielt hat, ohne Wenn und Aber überzeugt ist.

Vorfreude bei Lahm

Das unterstrich auch sein künftiger Vereinskollege Philipp Lahm: "Er ist ein absoluter Top-Stürmer. Es war doch klar, dass er irgendwann auch wieder in der Nationalmannschaft trifft. Ich bin froh, dass er künftig seine Tore für den FC Bayern schießt."

Daran wollte Gomez am Dienstagabend aber noch nicht denken: "Jetzt freue ich mich auf meinen Spanien-Urlaub mit meiner Freundin Silvia, die in den nächsten Wochen das Zepter in der Hand hat. Dann kümmern wir uns um den Umzug, und dann freue ich mich auf meine neue Aufgabe bei Bayern München."