Vergessene Torschützen, Elferkiller und Minutenzähler. Die Highlights des 25. Spieltags
Vergessene Torschützen, Elferkiller und Minutenzähler. Die Highlights des 25. Spieltags
Bundesliga

Minutenzähler und die etwas anderen Elferkiller

München - Die Bundesliga-Uhr 2013/14 tickt, tickt und tickt - bald ertönt der finale Weckton. In diesem Jahr gehen die Uhren vor. Nach dem Sieg gegen Leverkusen steht der FCB kurz vor der deutschen März-Meisterschaft (so werden die Bayern frühzeitig Meister). So erfolgreich wie die Bayern, so erfolglos präsentierten sich die Bundesliga-Strafstoßschützen. Elferkiller waren dieses Mal aber nicht die Torhüter. Die Highlights des Spieltags.

Mainz und Hoffenheim haben es eilig

Rekorde, Rekorde, Rekorde. Die Bayern sind einfach nicht zu stoppen, auch Leverkusen schafft es nicht. 4.500 Minuten ist der FCB nun schon ohne Niederlage - open End! Wenn es optimal läuft, kann der Titelverteidiger sogar schon am nächsten Spieltag die Meisterschaft feiern. Die Voraussetzung: Bayern siegt in Mainz, Dortmund und Schalke bleiben ohne Dreier. Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger hätte nichts dagegen: "Wir sind schon öfters Meister in Mainz geworden. Das ist cool, denn die Mainzer feiern dann immer mit."

Eine Rekordsaison - wenn auch nur eine persönliche - haben auch die Kicker des FC Augsburg vorzuweisen. Platz 6 und 38 Punkte, so gut stand der FCA noch nie da. Zuhause gegen die Schalker blieb das Punktekonto jedoch dieses Mal leer. Dabei begann es vielversprechend. Fünf Minuten nachdem Schiedsrichter Bastian Dankert die Partie eröffnet hatte, lag der die Kugel auch schon im Netz.

Nach einem Fehler von Tim Hoogland zeigte sich Tobias Werner hellwach und erzielte das 1:0 - ein historischer Treffer.  So früh haben die Augsburger in der aktuellen Spielzeit noch nie getroffen. Gebracht hatte es allerdings nur wenig. Der Fuggerstädter Höhenflug wurde erst einmal gestoppt. Denn die königsblauen Effektivititätskünstler drehten den Rückstand und gewannen noch mit 2:1 (zum Nachbericht).

Von Frühstartern konnte in der Partie zwischen Hoffenheim und Mainz dagegen keine Rede sein, aber auch hier lohnt sich der Blick auf die Uhr. Mit einem Doppelschlag brachten Eugen Polanski und Roberto Firmino 1899 mit 2:0 in Front. Beide Tore trennten nur drei Minuten.

Die Sache schien geritzt, doch die Mainzer hatten die Uhr auf ihrer Seite - viel Zeit nahmen sie sich für ihre furiose Aufholjagd aber nicht. Innerhalb von acht Minuten drehten Eric Maxim Choupo-Moting, Benedikt Saller und Shinji Okazaki per Doppelpack das Spiel. 4:2 für die Rheinhessen! "Ich habe keine Ahnung, was da in unseren Köpfen los war. Auf jeden Fall war das vogelwild. So gewinnen wir kein Spiel mehr in dieser Saison", gab sich TSG-Kapitän Andreas Beck geschockt.

Strafstoßfluch in der Bundesliga?

Nach Schockstarre sah es zu Beginn der Partie nicht aus. 180 Sekunden waren gespielt, da zeigte der Schiedsrichter schon auf den Punkt - Elfmeter für 1899. Eine Sache für den Scharfschützen Sejad Salihovic. Der Bosnier trat an, wählte seine ligaweit bekannte Schusstechnik - und vergab. Der Ball flog knapp über den Kasten. Torwart Loris Karius brauchte nicht mal eingreifen.

Auch Bremens Raphael Wolf musste bei einem Elfmeter gegen ihn nicht eingreifen. Stuttgarts Martin Harnik schoss die Kugel aus elf Metern an den rechten Torpfosten. Harnik und Salihovic - die etwas anderen Elferkiller des 25. Spieltags. Ein Ligatrend zeichnet sich ab, vor allem in der Rückrunde. Nur fünf von insgesamt 14 Strafstößen wurden seit dem 22. Spieltag verwandelt.

Tal der vergessenen Torschützen

Ihr Schussglück wiedergefunden haben dagegen Lars Stindl und Jan Schlaudraff. Seit November 2012 hatten die beiden Hannoveraner nicht mehr getroffen. Beim 3:0-Erfolg über Hertha BSC  brachte das Torlos-Duo die 96er auf die Siegerstraße. Nach 450 Minuten ohne Sieg durfte Hannover 96 über einen dreifachen Punkterfolg jubeln.

Gladbachs Max Kruse schritt ebenfalls aus dem Tal der vergessenen Torschützen. 870 torlose Minuten hatte der Nationalspieler nun warten müssen. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Borussen-Duell platzte Kruses Knoten  - und Gladbachs gleich mit. Jede Serie endet bekanntlich, die der Fohlen meistens im Ruhrpott. Seit dem 15. Spieltag hatte die Favre-Elf keinen Dreier mehr eingefahren. Damals gewann man gegen Schalke 04 daheim mit 2:0. 900 Spielminuten später gab es wieder einen Sieg, dieses Mal gegen Schwarz-Gelb. Der Kreis hat sich also geschlossen.

Coach Jürgen Klopp zeigte sich nach der 1:2-Pleite gegen Gladbach bitter enttäuscht: "Wir haben eine erste Halbzeit gespielt, wie ich sie selten gesehen habe. Wir haben nicht so viel falsch gemacht, dass wir 0:2 hinten liegen müssen". Durch die Pleite wackelt nun auch Platz 2, Revierrivale Schalke 04 ist auf einen Punkt dran. Der Blick geht bei den Dortmundern also nach unten. An Platz 1 ist sowieso nicht zu denken. Die Bayern kicken bekanntlich in einer anderen Zeitzone.

Yannik Schmidt