Fußball gab im Leben von Mimoun Azaouagh den Ton an. Seit frühester Kindheit tritt der gebürtige Marokkaner gegen das runde Leder. Doch Azaouagh hat noch eine zweite Leidenschaft: Musik. Für ihn sind beide Dinge eng miteinander verbunden.

"Fußball und Musik gehören untrennbar zusammen. Das eine geht ohne das andere nicht", sagte Azaouagh. "Musik kann mich fröhlich stimmen, meine schlechte Laune wegblasen. Oder vor dem Spiel kann sie bei der Motivation helfen. Sie kann dir eine Stimmung förmlich aufdrängen. Ich kann mir das Leben ohne sie einfach nicht vorstellen."

Und dieses Leben hat es größtenteils gut gemeint mit dem Ballzauberer und klingt wie ein wirklich gut gemachter Soundtrack.

Viele Zweifler

Kurz nach seiner Geburt zogen die Eltern mit dem kleinen Mimoun nach Deutschland. Im Frankfurter Osten wuchs Azaouagh schließlich auf. Früh entdeckte er seine Liebe zum Fußball. Bereits im Alter von fünf Jahren schnürte er sich beim FSV Frankfurt die Schuhe. Bis zum 13. Lebensjahr blieb er dem Club treu, ehe er zum großen Stadtrivalen Eintracht Frankfurt wechselte.

An eine große Karriere glaubte außer Azaouagh und seiner Familie niemand. Immer wieder hörte der Mittelfeldmotor die gleichen Sprüche. "Mir wurde eigentlich immer gesagt, dass ich es nie schaffen würde", erklärte er. "Ich sei zu klein oder zu schwach, körperlich unterlegen. Aber das war für mich immer nur ein Ansporn, mich noch mehr reinzuhängen. Ich wollte es allen zeigen."

Aufstieg in Mainz

Erst nach seinem Wechsel zum 1. FSV Mainz 05 im Jahr 1999 sahen auch andere sein Talent. Von der A-Jugend wurde Azaouagh in die U-23-Auswahl der Mainzer geholt. Auch dort spielte er nur rund ein halbes Jahr, ehe ihn der damalige Mainzer Trainer Jürgen Klopp in die Profimannschaft holte. Schnell etablierte sich Azaouagh beim FSV, mit dem er 2004 in die Bundesliga aufstieg.

Zugleich wurde deutlich, dass Azaouagh alles andere als klein und schmächtig ist. Der gebürtige Marokkaner zeichnete sich nicht nur durch seine technischen Fähigkeiten aus, sondern auch durch eine robuste Spielweise und klare Ansagen seinen Mitspielern gegenüber.

Etabliert nach schwerer Verletzung

Seine Vielseitigkeit weckte das Interesse anderer Clubs. Und dem FC Schalke 04 war es sogar gleich, dass sie im Winter 2004/05 einen verletzten Spieler nach Gelsenkirchen holten. Azaouagh laborierte zu jenem Zeitpunkt an einer schweren Knieverletzung. Erst rund ein Jahr später debütierte er in einem Pflichtspiel für die "Königsblauen".

Von Schalke ging es über eine einjährige Rückkehr nach Mainz schließlich zum VfL Bochum. In Bochum fand er schnell seinen Rhythmus und seine Bestform. Schon in der Rückrunde 2007/08 war Azaouagh an neun Treffern direkt beteiligt. Seither hat er sich endgültig als Führungsspieler und Leistungsträger in der Bundesliga etabliert. Keine Frage, wer beim VfL den Ton angibt…

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