Köln – Jetzt ist es also amtlich. Pierre-Emerick Aubameyang ist bei Borussia Dortmund Geschichte. Der Gabuner hat die Bundesliga verlassen und ist zum FC Arsenal gewechselt. Der aktuelle Torschützenkönig der Bundesliga hinterlässt beim BVB sportlich eine große Lücke. Diese soll Michy Batshuayi schließen. Der Belgier kommt vom FC Chelsea auf Leihbasis zu den Schwarz-Gelben. Haben die Dortmunder wieder ein gutes Händchen? In der Vergangenheit schafften es sie es immer wieder, ihren jeweiligen Topstürmer zu ersetzen.

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Es war ein harter Schlag für den BVB, als Robert Lewandowski den Verein 2014 ablösefrei verließ und sich dem FC Bayern München anschloss. In 131 Bundesliga-Spielen erzielte der Pole starke 74 Treffer. Wer sollte ihn also ersetzen? Sein Nachfolger stand jedoch bereits im Kader: Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner spielte eine Saison lang an der Seite von Lewandowski und erzielte in seiner ersten Saison 13 Tore für den BVB. Nach dem Abgang des Polen war das Angriffsspiel auf ihn zugeschnitten. In insgesamt 144 Bundesliga standen beim 28-Jährigen am Ende 98 Tore zu Buche. 15 Mal traf er in der Champions League (32 Einsätze) und 15 Mal im DFB-Pokal (15 Einsätze).

Barrios - Lewandowski - Aubameyang

Auch Robert Lewandowski war beim BVB nicht der Stürmer Nummer eins. In seinem ersten Jahr beim BVB in der Saison 2010/11 spielte er zwar 33 Mal und schoss acht Tore, doch gesetzt im BVB-Sturm war Lucas Barrios. Der Paraguayer erzielte an der Seite Lewandowskis insgesamt 16 Tore und wechselte dann nach China.

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Der BVB hatte in den vergangenen Jahren immer wieder ein gutes Näschen und konnte seinen Toptorjäger eins zu eins ersetzen. Nun soll Michy Batshuayi also Aubameyang so schnell wie möglich vergessen machen.

Bei Standard Lüttich durchgestartet

Doch wer ist dieser 24 Jahre alter Belgier? "Er kann der beste Stürmer von allen sein, wenn er will, was nicht immer der Fall ist", sagte Igor de Camargo einst über ihn. Der frühere Spieler von Borussia Mönchengladbach spielte mit Batshuayi zusammen beim belgischen Traditionsverein Standard Lüttich. Hier startete Batshuayi auch seine Karriere. 2014 wechselte er dann nach Frankreich zu Olympique Marseille. Bei den Südfranzosen erzielte er in 78 Spielen 33 Tore. Der FC Chelsea sicherte sich dann 2016 die Dienste des verheißungsvollen belgischen Talenten. Doch bei den Londonern konnte er sich bis jetzt noch nicht durchsetzen.

In der belgischen Nationalmannschaft spielt Batshuayi unter anderem an der Seite von Ex-Wolfsburger Kevin de Bruyne
In der belgischen Nationalmannschaft spielt Batshuayi unter anderem an der Seite von Ex-Wolfsburger Kevin de Bruyne © gettyimages / John Thys

Die Konkurrenz beim amtierenden englischen Meister ist riesengroß. Vergangene Saison kam Batshuayi auf 20 Einsätze – dabei wurde er aber 19 Mal eingewechselt. Insgesamt standen am Ende der Saison fünf Treffer in 236 Liga-Minuten zu Buche. In der aktuellen Saison stand er in der Premier League bisher zwölf Mal auf dem Platz, davon dreimal von Beginn an (zwei Tore).

Traum von der WM

Der Belgier braucht also unbedingt mehr Spielpraxis, vor allem weil er unbedingt mit der belgischen Nationalmannschaft nach Russland zur Weltmeisterschaft reisen will. Die Konkurrenz bei den "Roten Teufeln" ist riesig. In bisher 13 Länderspielen erzielte Batshuayi fünf Tore. Stammspieler ist er aber auch in der Nationalmannschaft noch nicht.

Welche Fähigkeiten Batshuayi hat, zeigte er erst kürzlich im FA-Cup, als er zum "Man of the Match" gewählt wurde. Beim 3:0 gegen Newcastle schoss der Belgier zwei Tore. Batshuayi besticht durch seine Schnelligkeit, kann vorne die Bälle halten und hat ein gutes Kopfballspiel. Alles gute Zutaten, um in der Bundesliga für Furore zu sorgen.

Alexander Barklage

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