Michael Frontzeck trainierte fünf Clubs im deutschen Profifußball - © gettyimages / Oliver Hardt
Michael Frontzeck trainierte fünf Clubs im deutschen Profifußball - © gettyimages / Oliver Hardt
Bundesliga

Frontzeck: "Es geht darum, den Rhythmus zu finden"

Köln - 15 von 18 Bundesliga-Clubs trainieren in der Winterpause in sonnigeren Gefilden. Nur der 1. FC Köln, der FC Ingolstadt 04 und die TSG 1899 Hoffenheim bleiben in Deutschland. Für beide Varianten gibt es Pro und Kontra. Im Exklusiv-Interview spricht Michael Frontzeck, einst unter anderem Trainer von Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und des FC St. Pauli, über seine Erfahrungen mit Trainingslagern und die Schwerpunkte in den kommenden Wochen.

"Die Bedingungen sind im Normalfall besser"

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bundesliga.de: Herr Frontzeck, 15 Bundesligisten fahren in der Winterpause ins Trainingslager in die Sonne, drei bleiben zuhause. Wie haben Sie es als Trainer am liebsten gehalten?

Michael Frontzeck: Mittlerweile haben die Bundesligisten und auch die Vereine aus der 2. Bundesliga auch daheim perfekte Bedingungen. Man kann also auch zuhause bleiben. Ich habe es aber immer so gehalten, ein paar Tage in den Süden zu fliegen. Dort kann man im Schnellkraftbereich besser arbeiten. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Im Grunde genommen ist es auch die Regel, aber nicht zwingend notwendig.

bundesliga.de: Wo setzen die Trainer in der Winterpause inhaltlich den Trainingsschwerpunkt?

Frontzeck: Die Spieler haben für ihren Kurzurlaub individuelle Pläne mitbekommen. Sie sollten in dieser Zeit ein bisschen abschalten, aber auch ein gewisses Level halten. Deshalb muss man jetzt nicht mehr Kondition bolzen. Es geht darum, wieder in den Rhythmus zu finden. Einige Freundschaftsspiele werden absolviert. Aber eine echte Winterpause ist es auch nicht, dafür ist die Zeit zu kurz. Die Zweitligisten haben immerhin noch eine Woche mehr. Für die lohnt es sich dann auch, sieben oder acht Tage wegzufahren.

bundesliga.de: Ein Argument für einen Verbleib in Deutschland ist, dass man mehr Zeit hat, weil für An- und Abreise in Trainingslager schon ein bis zwei Tage benötigt werden, wenn beispielsweise Bayer 04 Leverkusen nach Florida fliegt.

Frontzeck: Das ist sicher eine sehr lange Reise. Die meisten Vereine zieht es nach Spanien oder Portugal. Dann dauern die Flüge auch nur drei oder vier Stunden.

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bundesliga.de: Früher haben die Vereine die Winterpause mit Hallenfußball und vielen Turnieren überbrückt. Bedauern Sie es, dass die Zeiten vorbei sind?

Frontzeck: Nein, man muss auch aufpassen, dass nicht zu viel Fußball im Fernsehen gezeigt wird und man das Rad überdreht. Ich weiß nicht, ob man dann noch eine Hallensaison draufpacken sollte, zumal es in der Kürze der Zeit auch gar nicht möglich ist. Auch die Verletzungsgefahr ist immer gegeben. Ich kann mich daran erinnern, dass wir das Hallenmasters über Jahre gespielt haben – das war für die Zuschauer und Spieler attraktiv. Aber als es dann um hohe Preisgelder ging, wurde es auf dem Feld auch mal ungemütlich.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski