Dass die sportlichen Fähigkeiten des Vaters dem Filius in die Wiege gelegt werden, ist nicht ungewöhnlich - vor allem nicht in den USA. Dort gibt es unzählige Söhne, die Ihren Vätern nacheifern. Jedoch zumeist im American Football oder Baseball. Fußball ist eher eine Ausnahme. Michael Bradley ist eher eine Ausnahme.

Der US-Boy wuchs mit dem runden Leder auf. Mal war es Princeton, New Jersey, dann Chicago, Illinois. Zuhause war immer da, wo Vater Bob gerade als Fußballtrainer tätig war. Klein-Michael konnte als gar nicht anders, als Fußballspieler zu werden.

Junges Talent

Dabei war Fußball schon damals eine Randsportart in den USA, erinnert er sich: "Ich wuchs unter Freunden auf, die viel lieber Baseball oder Football spielten. Interessiert habe ich mich dagegen nur für den Fußball und mein Traum war es immer, professioneller Fußballspieler zu werden."

Als Teenager ging Bradley schließlich auf eine Fußballschule in Florida und wurde später für das "Project-40" ausgesucht, eine Schule, auf der die besten Fußballtalente der USA trainiert und ausgebildet wurden.

Bereits mit 16 Jahren wurde Bradley Profi und unterschrieb bei den New York MetroStars. Es verwundert wohl nicht, dass zu jener Zeit sein Vater Bob Trainer im "Big Apple" war. Wer, wenn nicht er, sollte das Talent Bradleys zu schätzen wissen.

Keine Lust auf die USA

Als er mit 19 Jahren nach Holland ging, war Bradley der jüngste MLS-Profi, der je einen Auslandsvertrag unterschrieben hat. Nach 55 Spielen für den SC Heerenveen in der Ehrendivision zog es den US-Boy an den Niederrhein. Bradley wechselte zu Mönchengladbach.

Den Wechsel über den großen Teich erklärte er so: "In den USA besitzt du schon ein anderes Leben. Nehmen wir Los Angeles Galaxy. Dort spielen auch einige Bekannte von mir. Sie trainieren vor zehn bis zwölf Trainern, gehen danach an den Strand und genießen den Rest des Tages. Aber ist es das, was du dein Leben lang willst? Fußballspielen und abends in die Stadt? Wirst Du dann ein besserer Sportler?"

Große Ziele

Wie man ein besserer Sportler wird, zeigte Bradley schon früh in seiner Bundesliga-Laufbahn. Sein erstes Tor für die gerade in die Bundesliga aufgestiegene Borussia schoss Bradley ausgerechnet gegen den großen Rivalen FC Bayern München. In der 81. Minute erzielte er den 2:2-Ausgleich und machte sich auf Anhieb unsterblich bei den "Fohlen"-Fans.

Doch damit gibt er sich nicht zufrieden. Wie für einen Amerikaner üblich, lebt auch Bradley nach dem Motto "The sky is the limit". Ich möchte einmal die Champions League gewinnen und irgendwann ein Spieler vom Kaliber eines Keane oder Gattuso sein", meinte er selbstbewusst.

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