Köln - Viele europäische Clubs hatten Takashi Usami auf dem Zettel, aber die Bayern haben nun den Zuschlag bekommen. Der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Japaner wechselt zunächst für ein Jahr auf Leihbasis an die Isar. Aber bei diesem einen Jahr soll es nicht bleiben. Usami will sich in München durchsetzen und irgendwann Weltfußballer werden.

Hoppla! Ziel Weltfußballer. Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein scheint der Neu-Bayer von Gamba Osaka mit in die Bundesliga bringen. Den Glauben an seine Fähigkeiten wird er auch benötigen, um sich gegen die namhafte Konkurrenz in der Offensive des Rekordmeisters durchzusetzen.

Stärken in der Eins-gegen-Eins-Situation

Ein Vorteil dürfte seine Vielseitigkeit sein: Der beidfüßige Usami kann im 4-2-3-1 System jede Position der offensiven Dreierreihe bekleiden. Außerdem kann er auch als zweite Spitze neben einem Stoßstürmer eingesetzt werden.

Er ist stark im Eins gegen Eins und hat ein gutes Auge für die Spielsituation. Für sein Alter ist er auch schon überraschend abgezockt im Torabschluss, wobei er selten das Netz kaputt schießt, sondern eher den kontrollierten und platzierten Abschluss sucht. Ob der 1,78 große Offensiv-Allrounder körperlich schon stabil genug für die Bundesliga ist, wird die nächste Saison zeigen.

Durchstarter wie Kagawa?

Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger will Usami auf jeden Fall "die Zeit geben, um sich an Bayern München zu gewöhnen." Der Sprung von der J-League in die Bundesliga ist sicherlich sehr groß, aber der Dortmunder Shinji Kagawa, der sogar aus Japans zweiter Liga kam, hat in der letzten Saison gezeigt, wie schnell und problemlos er gemeistert werden kann.

Usami wird seine Chance bekommen, sich in Deutschland zu beweisen, auch wenn an Ribery, Robben und Müller zunächst kein Weg vorbeiführt. Sein Ziel muss es sein, sich hinter diesen Dreien als erste Alternative zu etablieren. Er dürfte auch nicht der einzige im Bayern-Kader sein, der dies anstrebt.

Jüngster Spieler und Torschütze der AFC Champions League

Sollte er es allerdings schaffen, wäre das schon einmal ein erster kleiner Schritt in Richtung Weltstar. In Asien ist er bereits als jüngster Spieler und Torschütze der AFC Champions League in die Geschichtsbücher eingegangen. 17 Jahre und 14 Tage war er bei seinem Debüt alt. Sein erstes Tor erzielte er im selben Spiel.

Nun ist er in jedem Fall schon einmal Bayerns erster Japaner. Dem ehrgeizigen Usami wird das nicht genügen. Er wird weitere Rekorde aufstellen wollen. Die Verantwortlichen des FC Bayern werden das wohlwollend registrieren. Die Bedeutung von "mia san mia" müssen sie ihrem Neuzugang jedenfalls nicht extra erklären. Irgendwie klingt das auch fast schon japanisch.

Florian Reinecke