Hans Meyer ist zurück auf der großen Bundesliga-Bühne. Rund acht Monate nach seinem Aus beim 1. FC Nürnberg gelang dem 65 Jahre alten Trainer mit dem 1:0-Sieg seiner Elf gegen den Karlsruher SC ein gelungenes Comeback auf der Trainerbank von Borussia Mönchengladbach.

Nach dem mühsamen Erfolg gab sich der Trainer gewohnt schlagfertig.

Eine Frage bezüglich der Zuschauerresonanz beim Spiel gegen den KSC beantwortete Meyer in der ihm eigenen ironischen Art: "Wieviele Zuschauer waren da? 42.000. Ist das Minusrekord? Meyer kommt, die Leute bleiben alle weg."

bundesliga.de fasst die Aussagen des Gladbach-Rückkehrers zusammen:

Hans Meyer über ...

... das Spiel gegen den KSC:

"Vor dem Spiel habe ich gesagt, wir brauchen ein Erfolgserlebnis, wir müssen einfach mal ein Spiel gewinnen - wenn nötig mit einem Krampfspiel. Dabei hätte ich nicht gedacht, dass meine Mannschaft das wörtlich nimmt. Es war ein Spiel mit viel Kampf und Krampf. Wir hatten eine gehörige Portion Glück. Vier Tage Training reichen nicht, um zu verstehen, was ich der Mannschaft vermitteln möchte. Aber wir werden in den kommenden Tagen daran arbeiten. Ich weiß auch, dass wir in Zukunft besseren Fußball spielen müssen, so wie wir das in den zehn, zwölf Minuten vor der Halbzeit gemacht haben. Da waren wir etwas mutiger und haben besser gespielt."

... das, was ihm am Spiel seiner Mannschaft gegen den KSC gefallen hat:
"Gut hat mir gefallen, dass die Mannschaft gefightet hat. Aber das kann man ja wohl erwarten. An der Statistik sieht man, dass wir im eigenen Stadion gegen eine gestandene Mannschaft wie Karlsruhe das Spiel nicht bestimmt haben, dass der KSC über weite Strecken bestimmt hat, was auf dem Platz passiert. Aber wenn wir bis zum Saisonende so spielen und gewinnen, dann ist mir das auch recht. Dann kommt es aufs Schönspielen auch nicht an."

... die Auswirkungen des Sieges gegen den KSC:
"Der Sieg gibt uns ein gutes Gefühl. Das Selbstvertrauen wird automatisch kommen. Nach diesem 1:0 gegen den KSC wird es sich schon in der nächsten Woche leichter arbeiten lassen."

... den Zustand, in dem er die Mannschaft vorgefunden hat:
"Die Spieler machen sich ja auch Gedanken: Was ist denn, wenn? Das weiß ja jeder, das wiederholt sich zu allen Jahreszeiten und in allen Ligen der Welt. Wenn eine Mannschaft dreimal zuhause verliert, kannst du nicht erwarten, dass wir eine gestandene Mannschaft wie den KSC an die Wand spielen. Aber ich hoffe, dass wir uns schrittweise bewegen, dass wir auch wieder mutiger und auch geschlossener auftreten."

... sein aktives Engagement an der Seitenlinie:
"Können Sie sich an meine erste Zeit in Mönchengladbach erinnern? Da habe ich immer wegen meiner kaputten Hüfte gesessen. Jetzt bin ich gesund und kann stehen. Die Sessel hier sind aber sehr schön, im Winter sogar beheizbar."

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski