Bremen - Mesut Özil verlässt Werder Bremen und wird einen Vertrag bei Real Madrid unterschreiben. Darauf einigten sich beide Clubs am Dienstagnachmittag. Über die Details der Abmachung wurde Stillschweigen vereinbart.

"Wir respektieren damit Mesuts Wunsch, schon jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen", sagte Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, Klaus Allofs.

Mesut Özil war schon am Dienstagnachmittag nicht mehr beim Training der Werderaner aktiv, am Mittwoch wird er in Madrid den medizinischen Check absolvieren. Beim Heimspiel zur Champions-League-Qualifikation gegen Sampdoria Genua am Mittwochabend steht er daher nicht mehr zur Verfügung.

Schaaf nicht überrascht

Für Cheftrainer Thomas Schaaf kam der Wechsel nicht mehr überraschend. "Nach den Verhandlungen und den Diskussionen in den vergangenen Wochen war Mesuts Abgang nicht gänzlich neu für uns. Wir wissen, dass wir mit Mesut stärker waren und Qualität verloren haben", sagte der Trainer: "Aus der Erfahrung heraus, dass sich andere stärker einbringen und durchsetzen, wenn ein Spieler den Verein verlässt, hoffen wir natürlich den Verlust kompensieren und unsere Stärke beibehalten zu können. Wir haben uns auch in der Vergangenheit nicht verrückt gemacht und werden unseren Weg weitergehen."

Traurig, aber auch optimistisch reagierte Kapitän Torsten Frings auf den Transfer. "Mesut hatte natürlich gute Qualitäten und war wichtig für uns. Aber er hat sich entschieden, uns zu verlassen, und das Leben geht weiter. Wir haben viele Spiele, die auch diese Klasse haben und sich nun beweisen können. Wir haben Ziele und werden diese auch weiter verfolgen."

"Zum Glück hat das nun ein Ende"

In diesen Tenor stimmten auch andere Teammkollegen ein. "Das ist natürlich schade. Mesut war ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, der speziell im letzten Jahr viele entscheidende Aktionen eingebracht hat", sagte Per Mertesacker: "Aber wir müssen unseren Weg weitergehen. Einzelne Personalien dürfen uns ohnehin nicht aufhalten", so der Abwehrchef.

Claudio Pizarro zeigte sich froh, dass die Tage der wilden Spekulationen nun beendet sind. "Das war schon eine lange Geschichte. Zum Glück hat das nun ein Ende, das ist gut für Mesut und für die Mannschaft. Natürlich ist Mesuts Abgang traurig für uns, aber er kommt in eine super Mannschaft mit einem klasse Trainer. Für uns ist nur wichtig, dass wir ein gutes Spiel gegen Genua machen und gewinnen."

Pokalsieger mit Bremen

Özil war im Januar 2008 vom FC Schalke 04 zu Werder Bremen gewechselt. Mit den "Grün-Weißen" wurde er 2009 DFB-Pokalsieger. Insgesamt bestritt Özil für Werder 71 Spiele und erzielte dabei 12 Treffer.

Darüber hinaus konnte Özil im Sommer 2009 mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft die Europameisterschaft gewinnen. Lohn seiner kontinuierlichen Entwicklung an der Weser war die Berufung in die deutsche A-Nationalmannschaft, für die er im Frühjahr 2009 erstmals auflief. Bei der WM 2010 in Südafrika erreichte er mit der DFB-Elf den dritten Platz und wurde als einer von zehn Kandidaten für die Auszeichnung des besten Spielers nominiert.