Mario Basler, Andreas Herzog, Johan Micoud oder zuletzt Diego: Bei Werder Bremen sind seit vielen Jahren die besten Mittelfeldspieler der Bundesliga zuhause. Dies ist Lob und Herausforderung zugleich für den neuen "Macher" im Mittelfeld der Hanseaten: Mesut Özil.

Seit dem Wechsel von Diego im Sommer 2009 zu Juventus Turin hält der in Gelsenkirchen geborene Özil das Zepter bei den Bremern in der Hand. Im Januar 2008 kamen die Werder-Verantwortlichen zu Özil wie die Jungfrau zum Kinde.

Immer eine 10

Eigentlich deutete alles auf ein langes Engagement des Deutsch-Türken beim FC Schalke 04 hin. Nicht nur, dass er in der Heimatstadt der "Königsblauen" aufgewachsen war und beim DJK Westfalia 04 seine ersten Fußballerfahrungen gesammelt hatte, Özil war eigentlich immer im Ruhrgebiet zuhause.

Damals wie heute gab es eine Konstante. Schon in seinem allerersten Spiel trug er die Nummer, die noch heute auf seinem Trikot steht. "Da hatte ich die Nummer 10", erinnerte sich Özil. "Das war eigentlich immer so!"

Von Diego gelernt

Nach einigen weiteren Nachwuchsstationen war er von 2000 bis 2005 bei Rot-Weiss Essen aktiv, ehe er nach Schalke zurückkehrte und bei den "Knappen" unterschrieb. Am 12. August 2006 kam er kurz vor Ende der Begegnung gegen Eintracht Frankfurt schließlich zu seinem - wenn auch kurzen - Bundesliga-Debüt.

Doch plötzlich bröckelte die königsblaue Welt. Und so nutzte Bremen die sich bietende Chance und holte das Nachwuchstalent an die Weser. 30 Bundesliga-Spiele hatte Özil zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Buckel. In Bremen blühte er auf und lernte schnell und viel von Ballzauberer Diego.

Meisterprüfung im Finale

2007/08 wurde Özil mit Werder Vizemeister. Wenngleich der Familienmensch mit schönen Toren und traumhaften Vorlagen mehr und mehr auf sich aufmerksam machte, die Bremer mussten in der folgenden Saison viel Lehrgeld zahlen.

Doch in den Wochen nach dem Ende der Bundesliga-Saison 2008/09 machte Özil seine Reifeprüfung. Zuerst löste er Diego standesgemäß ab. Im DFB-Pokalfinale war es der deutsche Nationalspieler, der den entscheidenden Treffer zum 1:0 erzielte und seinen Lehrmeister Diego damit mit einem Titelgewinn nach Italien verabschiedete.

Der perfekte Spieler

Kurze Zeit später gewann Özil mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Im Finale ließ ihn Trainer Horst Hrubesch als Stürmer auflaufen - mit Erfolg. Özil schoss ein Tor selbst und bereitete zwei weitere beim 4:0-Finalerfolg über England vor.

Schon zuvor hatte Hrubesch nur lobende Worte für den Mittelfeldspieler. "Er ist einer der perfektesten Spieler, die ich dabei habe", sagte er völlig überzeugt von Özils Fähigkeiten. Genau das ist man in Bremen auch. Basler, Herzog, Micoud, Diego? Nein. Die Antwort heißt ab sofort Özil.

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