Der Einzug des FC Bayern in das Finale der Champions League war ein Verdienst des gesamten Teams. Sicher. Doch mit seinen drei Treffern hatte vor allem Stürmer Ivica Olic maßgeblichen Anteil am Erfolg der Münchener.

"Jetzt sind wir im Finale - das ist einfach ein Traum", lächelte der Kroate auch beim x-ten Interview nach dem Abpfiff in die Mikrofone der Journalisten.

Die Freude und Erleichterung war ihm anzumerken. Im Interview lenkt Olic das Augenmerk aber auch schon wieder warnend auf die Bundesliga und freut sich über den Vergleich mit Cristiano Ronaldo.

Frage: Ivica Olic, ist es der schönste Tag in Ihrem Leben?

Ivica Olic:(lacht) Ja! Natürlich! Wir haben das Finale erreicht, darüber bin ich sehr froh. Es ist einfach ein Traum.

Frage: Sie sind haben wieder unmenschlich viele Kilometer abgespult. Können Sie überhaupt noch laufen?

Olic: Ich bin wahrscheinlich gerade so glücklich, dass ich es gar nicht merke, dass ich eigentlich total müde bin.

Frage: Nach dem 3:0 sah man, dass Sie sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatten. Was war passiert?

Olic: Ich habe kurz vor dem Tor einen Ellenbogen gegen den Kopf bekommen und dann hat es geblutet. Aber es hat gar nicht weh getan. Und als ich dann das Tor gemacht habe, habe ich eben gezeigt, dass ich es mit der blutigen Seite meines Kopfes erzielt habe. Jetzt hat es der Doktor geklebt. Ein paar Kopfschmerzen bleiben, aber kein Problem.

Frage: Sie nehmen also keine Rücksicht auf Verluste.

Olic: Nein, nicht in so einem Spiel. Da überwiegen die Emotionen, den Schmerz merkt man dann gar nicht. Besser eine Platzwunde am Kopf, als irgendwas am Bein oder an einem Muskel.

Frage: Haben Sie vor der Saison im Traum daran gedacht, mit dem FC Bayern im Champions-League-Halbfinale zu stehen, dann in dieser Partie als erster Stürmer aufzulaufen und dann auch noch drei Tore zu schießen?

Olic: Nein, das habe ich ganz bestimmt nicht gedacht! (lacht) Natürlich hat man immer Hoffnungen, vielleicht hatte ich so was irgendwo im Kopf. Aber ich habe gewusst, dass es für mich nicht einfach wird. Jetzt sind wir im Finale - das ist einfach ein Traum.

Frage: Was bedeutet Ihnen der Finaleinzug nach einer Saison voller Höhen und Tiefen?

Olic: Sehr viel. Wir haben zwei Finals erreicht und sind Tabellenführer der Bundesliga. Es ist aber wichtig, dass wir uns am besten schnell wieder auf Bochum konzentrieren. Wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir ein bisschen mehr Ruhe und kriegen vielleicht ein bisschen frei. Und dann werden wir versuchen, auch die letzten drei Spiele der Saison zu gewinnen, damit wir alle Titel holen.

Frage: Sie haben nun sieben Champions-League-Tore geschossen - so viele wie Cristiano Ronaldo. Macht Sie das stolz?

Olic:(lacht) Das sieht sehr gut aus! Messi, Ronaldo, Olic - nicht schlecht!

Aus Lyon berichtet Michael Reis