Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge bunte Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Bundeskanzlerin Angela Merkel wird der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Montag im WM-Trainingslager in Südtirol einen Besuch abstatten. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag in Girlan. Die Regierungschefin wird am Montagabend im Mannschaftsquartier Hotel Weinegg in der Gemeinde Eppan erwartet, wo sie gemeinsam mit der Mannschaft und dem Trainerstab zu Abend essen soll und bei dieser Gelegnheit einige Worte an das Team richten wird.

"Es ist für uns eine große Ehre, wenn uns die Kanzlerin besucht. Wir sind alle sehr stolz, dass sich Angela Merkel angekündigt hat. Das zeigt auch den Stellenwert der Nationalmannschaft und unterstreicht die Bedeutung des WM-Turniers", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Die Bundeskanzlerin ist spätestens seit dem Sommermärchen 2006 Fan des dreimaligen Welt- und Europameisters. ++++

++++ Kameruns Superstar Samuel Eto'o hat nach heftiger Kritik von Landsmann Roger Milla mit einem Verzicht auf die WM 2010 gedroht. "Darüber muss ich ein paar Tage nachdenken. Ich muss überlegen, ob meine Teilnahme wichtig ist. Denn für meine Karriere brauche ich das nicht", sagte der Stürmer, der mit Inter Mailand vor einer Woche die Champions League gewonnen hatte. Kameruns Fußball-Legende Milla hatte zuvor der Nachrichten-Agentur AFP gesagt, Eto'o habe zwar "viel für Barcelona und Inter geleistet, aber nie irgendetwas für Kamerun. Das ist auch eine Frage der Disziplin. Kamerun wartet nun auf eine Reaktion."

Eto'o bezeichnete Milla, der Kamerun 1990 mit vier Toren ins WM-Viertelfinale geschossen hatte, daraufhin als verbittert. "Da fragt man sich schon, ob das meine Leute sind. Ist es wirklich sinnvoll, zur WM zu fahren?" ++++

++++ US-Präsident Barack Obama hat im Vorfeld der WM in Südafrika die US-Nationalmannschaft im Weißen Haus empfangen. Im Beisein von Bill Clinton, ehemaliger US-Präsident und Ehrenvorsitzender des Komitees für die US-Bewerbung um die WM 2018 und 2022, würdigte Obama die Leistungen und Verdienste der Mannschaft von Nationaltrainer Bob Bradley.

"Ich möchte betonen, wie stolz wir alle auf unser Team sind", sagte Obama. "Jeder wird euch anfeuern. Und auch wenn wir es hier in den USA manchmal vergessen, dies ist die größte Bühne der Welt dort in Südafrika und ihr werdet unser Land repräsentieren."

Bevor die Amerikaner nach Südfrika abreisen, treffen sie am Samstag in einem Testspiel in Philadelphia auf die Türkei. Die USA spielen in der WM-Gruppe C gegen England, Slowenien und Algerien. ++++

++++ Ausgerechnet im Mutterland des Fußballs scheint bei den Fans trotz toller WM-Qualifikation der Glaube an die eigene Nationalmannschaft zu schwinden. In einer Umfrage der Tageszeitung The Times unter mehr als 5.000 englischen Anhängern tippten nur 20 Prozent auf einen Titelgewinn der "Three Lions" bei der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli).

England landete mit deutlichem Rückstand auf Platz 2 hinter dem Favoriten Spanien, dem 41 Prozent auf der Insel nach dem EM-Titel 2008 auch den Gewinn des WM-Pokals zutrauen. Deutschland landete in der Umfrage mit fünf Prozent Zustimmung auf Platz 5 - hinter Brasilien (18 Prozent) und Argentinien (10 Prozent). Den beiden Finalisten von Berlin 2006 trauen die englischen Fans nicht viel zu: Auf Weltmeister Italien tippten nur zwei Prozent. Frankreich erhielt überhaupt keine Stimme. ++++

++++ Der brasilianische Nationaltorhüter Julio Cesar vom italienischen Champions-League-Sieger Inter Mailand hat harsche Kritik am WM-Ball Jabulani geübt. "Er ist schrecklich, grausam", urteilt der Schlussmann nach den ersten Trainingseinheiten in Johannesburg.

Der Torhüter gibt aber zu: "Alle Leute wollen Tore sehen, deshalb muss der Ball sich auch ändern." Dennoch könne er sich mit dem neuen Spielgerät, das wie "einer von den Bällen aussieht, die man im Supermarkt kauft", nicht anfreunden. ++++

++++ Der Weg für die DFB-Elf in ihr WM-Quartier in Südafrika ist frei. Der Eigentümer des Fünf-Sterne-Hotels Velmore Grande in der Nähe der Hauptstadt Pretoria habe eine Betriebserlaubnis erhalten, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag in seinem Trainingslager in Südtirol mit. Der Bürgermeister von Pretoria werde am Freitagnachmittag eine entsprechende Erklärung abgeben, sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Die Provinzregierung von Gauteng hatte am Dienstag erklärt, dass das komplette Velmore-Hotel illegal errichtet worden sei. Nicht nur der neue Hoteltrakt, der extra für den DFB gebaut worden war, sondern auch das Haupthaus, das 2004 fertiggestellt wurde. Nach Angaben der Regierung habe es keine umweltrechtliche Prüfung gegeben, zudem sollen Schwarzarbeiter beschäftig worden sein. ++++

++++ Teambuilding vor der Leinwand: Die deutsche Nationalmannschaft und der komplette Trainerstab um Bundestrainer Joachim Löw besuchten am Donnerstagabend während ihres WM-Trainingslagers in Südtirol eine Sondervorstellung des Rugby-Films "Invictus - Unbezwungen" in einem Bozener Kino.

Das Sportdrama mit Polithintergrund erzählt die Geschichte von Südafrikas Präsident Nelson Mandela, der, gerade gewählt, mit dem Sport das von der Apartheid geprägte und immer noch geteilte Volk zusammenführen will. Mandela, im Film gespielt von Morgan Freeman, unterstützt das vom weißen Kapitän Francois Pienaar (Matt Damon) angeführte Rugby-Team Südafrikas. Das Ziel: der Gewinn der Weltmeisterschaft 1995 im eigenen Land. ++++

++++ Der neuseeländische Nationalspieler Chris Killen hat das WM-Trainingslager in Österreich verlassen, um in England zu heiraten. Der Stürmer vom FC Middlesbrough verzichtet somit auf das für Samstag angesetzte Länderspiel gegen Deutschlands WM-Gruppengegner Serbien. "Die Hochzeit war schon lange geplant, und die Qualifikation für die Fußball-WM haben wir erst später erreicht", sagte der 28-Jährige. Für die verbleibenden Testspiele gegen Slowenien und Chile sollte Killen aber wieder zur Verfügung stehen. ++++

++++ Kolumbiens Nationalmannschaft wurde am Rande des Länderspiels gegen WM-Gastgeber Südafrika bestohlen. Wie die Polizei mitteilte, werden zwei weibliche Mitarbeiter des Fünf-Sterne-Hotels Hyde Park Southern verdächtigt, ungefähr 2750 Dollar Bargeld aus den Hotelzimmern der Kolumbianer entwendet zu haben. Durch den peinlichen Vorfall dürfte eine erneute Diskussion um die Sicherheit im WM-Gastgeberland entflammen.

"Wir haben 44.000 zusätzliche Sicherheitskräfte ausgebildet, um das anstehende Großevent abzusichern. Fälle wie der Hoteldiebstahl sind allerdings nur schwer zu verhindern", sagte Polizeisprecher Eugene Opperman. ++++