Gut erholt kam der Cheftrainer von Hertha BSC, Lucien Favre, zum Trainingsstart des Clubs wieder nach Berlin. Im Interview spricht Berlins Trainer über die aktuelle Vorbereitung.

Frage: Lucien Favre, es ist in Ihrem Urlaub viel passiert bei Hertha BSC, es hat einen Wechsel in der Geschäftsführung gegeben. Es gab also genug Stoff in der Sommerpause.

Lucien Favre: Ich habe das verfolgt und muss sagen, dass in dieser Zeit viel geschrieben worden ist. Auch vieles, was nicht stimmt. Es waren zu viele Unwahrheiten dabei, auch im Hinblick auf meine Person. Aber ich werde das nicht mehr weiter kommentieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich ungern zurückschaue. Vergangenheit ist Vergangenheit und Gegenwart ist Gegenwart. Ich möchte nur nach vorn blicken. Die Zukunft von Hertha BSC ist wichtig! Wir müssen hart arbeiten, es liegen viele Herausforderungen vor uns.

Frage: Nach dem Wechsel mutmaßten einige Medien, Sie wären der mächtigste Hertha-Trainer der letzten Jahre.

Favre: Es geht mir doch überhaupt nicht um Macht, so etwas interessiert mich nicht. Es geht darum, Ideen zu verwirklichen und für Hertha BSC die richtigen Weichen für eine gute sportliche Entwicklung zu stellen. Herr Preetz ist der Geschäftsführer Sport, ich bin der Trainer. Wir haben beide Ideen zur Weiterentwicklung des Clubs, die zusammen passen. Wir arbeiten sehr gut, sehr kooperativ für Hertha BSC zusammen. Das war so und das bleibt so.

Frage: Was sagen Sie zu den Vorgängen um Joe Simunic?

Favre: Ich sage das ganz deutlich, ich plane mit ihm! Ich wollte und will mit Joe zusammenarbeiten, ich bin von ihm überzeugt. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel miteinander gearbeitet, viel gesprochen. Das Resultat waren sehr gute Leistungen von Joe Simunic. Er ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler - das habe ich ihm auch am gestrigen Freitag in einem Telefonat gesagt! Allerdings hat er - und dies ist bekannt - eine Klausel im Vertrag, die es ihm erlaubt, für eine bestimmte Summe zu wechseln. Bezahlt ein anderer Club diese Summe, sind uns die Hände gebunden - so ist das leider.

Frage: Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die kommende Saison?

Favre: Ein Saisonziel zu definieren, ist derzeit schwierig. Wir müssen die Transferperiode abwarten. Die Meriten der letzten Spielzeit zählen nicht mehr. Wir fangen wieder neu an. Wir haben zuletzt eine hervorragende Saison gespielt, Platz vier war ein großer Erfolg. Es hat alles gepasst, unsere Leistung und die der Gegner. Aber, das ist Vergangenheit. Nur eines steht für mich fest: Wir wollen unseren Fans, den Berlinern, gute Leistungen zeigen. Und noch über etwas anderes ist klar: Die Fans, die uns fantastisch unterstützt haben, wissen, dass wir immer hart arbeiten werden.