Köln - Ein bisschen nervös bin ich ja schon. Mein Bundesliga-Debüt mit 36 Jahren. Damit hatte ich - um ehrlich zu sein - schon nicht mehr gerechnet. Und dann noch für den SV Werder Bremen, meinen Lieblingsclub. Ich laufe gemeinsam mit Clemens Fritz, Philipp Bargfrede und Claudio Pizarro aufs Feld. Was für eine Ehre! Ein Geräusch reißt mich aus meinen Gedanken. "Was machst Du da?", fragt meine Frau verwirrt, weil ich mit einer Träne der Rührung vor dem Fernseher stehe. Na was schon? Ich spiele mein erstes Spiel der Virtuellen Bundesliga.

Zumindest das erste offizielle Spiel. In der Trainingsphase vor dem 1. Oktober habe ich bereits einige Partien absolviert, um mir eine passende taktische Ausrichtung zu überlegen und bei der FIFA-Serie langsam wieder reinzukommen. Ich war mal ganz passabel in dem Spiel. Das war allerdings bei FIFA 96. Gefühlt zumindest. Aber in diesem Jahr war für mich klar: Wenn Viktor Skripnik und Thomas Eichin mich brauchen, bin ich da!

Offensiv drückt der Schuh

Mit Borussia Dortmund wartet direkt ein richtig dicker Brocken. Jetzt wird sich zeigen, wie gut mein 3-5-2-System mit drei langen Innenverteidigern und zwei recht großen Stürmern funktioniert. Leider macht mir der Unparteiische Heimo Wasserschneider meinen Matchplan zunichte. Nach einem absolut normalen Zweikampf zwischen Clemens Fritz und Henrikh Mkhitaryan entscheidet er völlig überzogen auf Elfmeter, den Pierre-Emerick Aubameyang lässig in die Mitte lupft. Danach bin ich völlig demoralisiert und verliere äußerst unglücklich mit 0:8. Was für ein Fehlstart!

Nach so einer Klatsche muss ich natürlich personell reagieren. Ich stelle Santiago Garcia ins linke Mittelfeld. Vom kompromisslosen Argentinier verspreche ich mir größere defensive Stabilität. Und tatsächlich! Das nächste Spiel geht nur mit 0:2 verloren. Robert Lewandowski und Douglas Costa treffen für den FC Bayern. Das Spiel nach vorne läuft bei meinem Team nur schleppend. Also stelle ich mich mit meinen Jungs auf den Trainingsplatz und absolviere einige Skill-Spiele. Passen, schießen, dribbeln - das sollte jetzt besser klappen.

Johannsson ist mein Held

In der dritten Partie darf ich dann endlich zum ersten Mal Jubeln. Aron Johannsson schließt gegen Bayer Leverkusen einen Bilderbuchkonter über Bargfrede und Pizarro mit einem überlegten Schlenzer ab. Mit seinem zweiten Treffer kurz vor Schluss rettet er mir außerdem den ersten Punkt in der VBL. In den bisherigen Partien habe ich immer viel rotiert, aber der US-Nationalspieler ist jetzt erst mal gesetzt. Das vergesse ich ihm nicht. Meine erste FIFA-Session endet mit einem kleinen Erfolgserlebnis. Aber ich will mehr! Jetzt fiebere ich dem ersten Sieg entgegen.

User "swimmbutz"

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