Friedhelm Funkel kehrt Eintracht Frankfurt nach fünf Jahren den Rücken. Im Interview erklärt der Fußball-Lehrer, warum er sich entschlossen hat, seinen erst kürzlich bis Juni 2010 verlängerten Vertrag aufzulösen.

Frage: Friedhelm Funkel, nach fünf emotionalen Jahren hören Sie bei Eintracht Frankfurt als Trainer auf. Was war am Ende ausschlaggebend für Ihre Entscheidung?

Friedhelm Funkel: Die Entscheidung, den Vertrag zum Ende der Saison aufzulösen, ist langsam gereift und hat nichts mit den Fans zu tun. Ich wollte mit dieser Maßnahme für die kommende Saison den Druck von den Spielern nehmen, da sie zuletzt offensichtlich Probleme hatten, mit der Situation umzugehen. Die Spieler sollen unbelastet in die neue Spielzeit gehen.

Frage: Wann haben Sie denn dann endgültig den Entschluss gefasst, nicht mehr Eintracht-Trainer bleiben zu wollen?

Funkel: Nach einem Gespräch mit einem engen Freund und Berater, der mit dem Fußball nichts zu tun hat, habe ich schon vor Wochen das Gespräch mit Vorstandschef Heribert Bruchhagen gesucht. Er hatte mich aber gebeten, dass das Gespräch unter uns bleibt, weil wir ja noch Punkte für den Klassenerhalt brauchten. Am Montag habe ich dann wieder um ein Gespräch und die Vertragsauflösung gebeten.

Frage: Wie bewerten Sie Ihre Zeit als Eintracht-Trainer? Immerhin gab es vor Ihnen in Erich Ribbeck nur einen Coach, der länger Trainer in Frankfurt war...

Funkel: Ich bin schon stolz, fünf Jahre lang Trainer der Eintracht gewesen zu sein. Ich war viel länger hier, als ich vorher geglaubt habe. Vor mir gab es in Frankfurt schließlich in zehn Jahren 16 Trainer. Und in den fünf Jahren haben wir viermal die Klasse gehalten, waren im DFB-Pokalfinale und haben zum ersten Mal seit Jahren wieder im UEFA-Cup gespielt. Die Eintracht bleibt tief in meinem Herzen. Ich hatte hier in Frankfurt die fünf schönsten Jahre meiner Trainerlaufbahn.