Freiburg - Der SC Freiburg spielt bereits jetzt sehr ansehnlichen Fußball, nutzt aber seine Chancen nicht. Für Abhilfe soll Dani Schahin sorgen, der bereits gegen Gladbach in der Startelf stand.

Christian Streich ist kein Mann, der zu großen Sprüchen neigt. Dass auch diese Saison schwer werden würde, hat er auch im Sommer 2014 immer und immer wieder betont. Schon jetzt, nach zwei absolvierten Spieltagen, kann sich der Freiburger Trainer bestätigt fühlen. Zwei Mal, in Frankfurt und gegen Mönchengladbach, hat seine Mannschaft gut gespielt und war sogar die bessere Mannschaft. Doch zwei Mal reichte es nicht zu einem Sieg. Ein Punkt steht zu Buche - und noch kein Bundesligatreffer. "Wir hätten in Frankfurt mindestens einen Punkt verdient gehabt und hätten heute gewinnen können", seufzt Streich.

Team lässt wenige Torchancen zu

Lässt man die beiden Spiele (und die Erkenntnisse aus der Vorbereitung) Revue passieren, ist das Manko des Freiburger Spiels schnell aufgedeckt. Der SC steht meist stabil und lässt für eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison gegen den Abstieg kämpfte, relativ wenige Torchancen zu. Doch entweder sie erspielt sich für ihre Überlegenheit zu wenige Chancen - wie beim Gladbach-Spiel. Oder sie scheitert beim Torabschluss. Das war das Problem am 1. Spieltag.

Offensivmann Felix Klaus legte dann auch bereits am Sonntag Abend den Finger in die Wunde. "Was bringt schöner Fußball, wenn der letzte Pass nicht kommt?", fragte der ehemalige Fürther. Und der exzellente Keeper Roman Bürki sekundierte: "Wir waren heute insgesamt schon die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen. Von daher ist es ein bisschen schade, dass wir nur einen Punkt erreichen konnten". Lob gab es auch von den Gästen. Freiburg sei "klar besser" gewesen, fand Borussen-Coach Lucien Favre, "spielerisch und taktisch war das sehr gut."

Erstaunlich hohes Tempo

In Freiburg, wo man im Sommer mit Oliver Baumann und Matthias Ginter erneut zwei Leistungsträger abgeben musste, spielen sie tatsächlich schon wieder sehr ansehnlichen Fußball. Die Kombinationen sind flüssig, das Tempo erstaunlich hoch, die Zahl der technischen Fehler überschaubar. Kurzum: Der SC spielt bereits jetzt den Fußball, der ihm in der vergangenen Saison erst in der Rückrunde gelang und der letztlich dann doch noch den Klassenerhalt brachte. Spielerisch, das lässt sich vielleicht schon nach dem 2. Spieltag sagen, dürfte es auch in dieser Saison wieder ein paar Mannschaften geben, die hinter den Freiburgern anzusiedeln sind. Vorausgesetzt, der SC legt im gegnerischen Strafraum noch weiter zu und nutzt seine Chancen. Gegen Gladbach reichten auch 18 Torschüsse (Gladbach: 9) nicht zu einem Treffer. Admir Mehmedi, der ansonsten treffsicherste Freiburger, vergab sogar einen Foulelfmeter.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass der in der vergangenen Woche nachverpflichtete Dani Schahin, der sich gegen Gladbach eine Stunde lang redlich mühte, in den kommenden Wochen so richtig in Fahrt kommt. Über eine Woche Zeit hat er jetzt noch, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, ehe es zum schweren Auswärtsspiel nach Dortmund geht. Der ehemalige Mainzer, der in der vorletzten Saison acht Mal für Fortuna Düsseldorf in der ersten Liga getroffen hatte, zeigte sich schon mal zuversichtlich: "Mit einem bisschen mehr Glück und Zielstrebigkeit wird es auch bald mit dem ersten Sieg klappen."

Christoph Ruf