Kevin Kuranyi ist weg, auch Gerald Asamoah und Vicente Sanchez. "Unser Sturm wird neu zusammengestellt, ich habe keine Stammstürmer", stellte Felix Magath in Irdning nochmals unmissverständlich fest. Ein Kandidat für den neuen Schalke-Angriff heißt Erik Jendrisek.

Der Zugang vom 1. FC Kaiserslautern ist am späten Montagabend im Trainingslager in Irdning eingetroffen. Und wurde standesgemäß von seinem neuen Trainer begrüßt: mit einem Kraftzirkel um 7.30 Uhr am frühen Dienstagmorgen. "Als ich den Medizinball gesehen habe, wusste ich, was auf mich zukommt", sagte Jendrisek grinsend. "Da wusste er, er ist richtig hier", feixte Felix Magath.

"Immer unterwegs und arbeitet viel"

Der Schalke-Coach hält einiges von dem WM-Teilnehmer der Slowakei, der nach der Weltmeisterschaft noch einige Tage Urlaub genießen konnte. "Wir hätten schon letzte Saison einen schnellen Stürmer gut gebrauchen können, deshalb freue ich mich, dass wir Erik haben. Mit seiner Schnelligkeit kann er gut in die Räume stoßen, er ist immer unterwegs und arbeitet viel."

Für den 23-jährigen ist Schalke die dritte Station in Deutschland. Die erste war Hannover 96, wo Jendrisek als 19-Jähriger in der Bundesliga sein Debüt gegeben hat. "Es war vielleicht zu früh für mich. Ich konnte die Sprache nicht, der Anfang war schwer. Aber ich habe gesehen, wie die Bundesliga funktioniert und habe wichtige Erfahrungen gemacht."

15 Saisontore beim FCK

Beim 1. FC Kaiserslautern hat sich Jendrisek vor allem in der letztjährigen Aufstiegssaison für höhere Aufgaben empfohlen. Nicht zuletzt durch seine 15 Saisontore. Dass beim FC Schalke auf einem höheren Niveau gespielt wird als in der 2. Bundesliga, hat der Nationalspieler schnell beim Training gemerkt: "Das Tempo und Spiel sind schneller, die Konkurrenz größer. Aber das ist normal in einer Top-Mannschaft wie Schalke."

Für Felix Magath steht noch nicht fest, auf welcher Position er Jendrisek am stärksten sieht. Das hänge auch davon ab, wie die Spielanlage seiner Mannschaft aussehen werde, die wiederum wesentlich die Offensive beeinflusse. "Erik kann über außen kommen oder auch mehr im Zentrum spielen. Aber das wird sich alles zeigen. Er ist ein junger Spieler, der sich an das höhere Niveau gewöhnen muss und der ausbaufähig ist."

Großer Moment bei der WM

Entsprechend bescheiden formuliert Jendrisek, der mit Alexander Baumjohann in Irdning das Zimmer teilt, auch vorerst seine Ansprüche. "Ich bin glücklich, dass ich bei Schalke bin, das ist ein großer Verein mit großer Tradition und großem Namen. Der Anfang wird nicht einfach und ich muss mich erst eingewöhnen. Aber ich gebe alles und werde mich weiter verbessern."

Die Atmosphäre in der Veltins-Arena hat Jendrisek schon zwei Mal selbst auf der Tribüne erlebt, doch in Sachen Stimmung und Feier hat der Slowake auch schon einiges erlebt - nicht nur beim FCK. Schließlich haben die Slowaken bei der WM für einen der großen Momente gesorgt: "Mit dem Sieg gegen Italien haben wir den Weltmeister nach Hause geschickt. Das war in der Slowakei schon etwas ganz Großes."

Aus Irdning berichtet Stefan Kusche